Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

Fenster schließen
 
  Aktuelle Analysen
   

AUA-Deal vor EU-Kommission, ZiB 13, 1.7.2009

Gehrer Stefan (ORF)
Die ganze EU-Kommission ist heute in Stockholm, weil Schweden den
EU-Vorsitz übernommen hat und Raimund Löw ist auch dort. Die
Wettbewerbskommissarin war jetzt gerade nicht ganz eindeutig. Wie
interpretieren Sie das? Wird es heuer die Entscheidung, heute die
Entscheidung über die AUA geben?
Löw Raimund (ORF)
Es wird heute eine Entscheidung der Europäischen Kommission zum
AUA-Lufthansa-Deal geben, das ist sicher, aber möglicherweise wird
das eine Teilentscheidung sein, darüber ob die Kommission eine
vertiefte Prüfung anordnen wird oder ob man sich schon jetzt mit
der Lufthansa geeinigt hat. Normalerweise gibt es bei solchen
Verhandlungen, läuft das immer so, dass man bis zum allerletzten
Augenblick verhandelt und auch wenn am Ende des Tages es heute
heißt, ja es wird vertieft untersucht, bedeutet das noch nicht,
dass es grundsätzlich eine Gefahr für den AUA-Lufthansa-Deal gibt,
das bedeutet nur, dass das Verhandlungspoker weitergeht. In der
europäischen Luftfahrtindustrie gibt es zurzeit einen riesigen
Konzentrationsprozess, einige ganz große werden übrigbleiben und
die Europäische Kommission muss versuchen zu verhindern, dass da
Monopole entstehen. Daher bei solchen Übernahmen immer wieder die
Forderung, dass jene, jene Destinations, also jene jene
Flugverbindungen, bei denen die neue Fluglinie, also die durch die
AUA verstärkte Lufthansa dann ein Monopol hat, aufgegeben werden
müssen. Das hat die Kommissarin gemeint.
Gehrer Stefan (ORF)
Zweites Thema: der tschechische EU-Ratsvorsitz ist jetzt vorbei.
Wurde im Großen und Ganzen als eher chaotisch bewertet. Womit
wollen jetzt die Schweden punkten?
Löw Raimund (ORF)
Schweden bietet Professionalität, Sachlichkeit. Das hat es bei
den tschechischen Diplomaten und tschechischen Experten auch
gegeben, mit den tschechischen Politikern hat man sich in der EU
eher schwer getan. Schweden kann jetzt politische Stabilität
bieten. Der Ministerpräsident und ab heute auch Ratspräsident
Reinfeldt sitzt politisch fest im Sattel und bei den großen
Herausforderungen in der EU in der nächsten Zeit wird er diese
Stabilität auch gut brauchen können.



 

nach oben, Fenster schließen

 
  site by Adrian Rossmann