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AUA-Gespräche in Brüssel
begonnen, ZiB 1, 20.7.2009
Spera Danielle (ORF)
Meine Frage jetzt gleich an Raimund Löw in Brüssel - ist bisher
schon irgendetwas vom Gespräch zwischen Wettbewerbskommissarin
Neelie Kroes und Lufthansa-Chef Mayrhuber durchgedrungen?
Löw Raimund (ORF)
Nein, durchgedrungen ist absolut nichts. Wir wissen nur, dass
dieses Gespräch vor kurzem begonnen hat - wahrscheinlich im
Kommissionsgebäude hinter mir. Ganz sicher ist auch das nicht. Es
gibt ein bisschen eine Geheimniskrämerei um den Ort dieses
Gesprächs. Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes hat mit Mayrhuber
schon am Freitag telefoniert. Das war damals schon ein Anzeichen
dafür, dass es eine gewisse Entspannung gibt in diesem
Verhandlungspoker, der ja ziemlich spannungsreich verlaufen ist.
Am Wochenende haben die Experten dann offensichtlich genügend
Fortschritte gemacht, dass diese Verhandlungsrunde auf Chef-Ebene
sich auszahlt.
Spera Danielle (ORF)
Spannungsreicher Verhandlungspoker - kann denn die Übernahme
jetzt noch scheitern?
Löw Raimund (ORF)
Völlig ausschließen kann man das nicht. Aber es ist wirklich
nicht wahrscheinlich. Vergessen wir nicht: das sind wirklich
Verhandlungsprofis die hier am Tisch sitzen. Die Europäische
Kommission verhandelt jedes Jahr 400 Fusionsanträge - in den
letzten fünf Jahren waren das 2000 Anträge. Da wird immer bis
zum
letzten Augenblick verhandelt. Letztlich abgelehnt wurden dann nur
zwei Fusionsanträge. Das heißt, im Endeffekt rauft man sich
immer
irgendwie zusammen. Auch die Lufthansa-Führung hat Erfahrung im
Umgang mit der Kommission. Erst vor wenigen Monaten ist die
Übernahme der SN Brussels, der ehemaligen belgischen Sabena
genehmigt worden. Was auch auffällt ist, dass die einzigen die
bisher wirklich Konzessionen gemacht haben, die Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter der AUA sind, denn erst ab dem Zeitpunkt als die
AUA-Belegschaft dem letzten Sparpaket zugestimmt hat, hat die
Lufthansa-Führung wirklich begonnen Kompromissbereitschaft in Richtung
Brüssel zu
signalisieren. Man kann sich überlegen, ob das nicht von Anfang an
auch ein Kalkül von Lufthansa-Chef Mayrhuber war bei diesem harten
Poker.
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