Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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AUA-Verkauf vor Prüfung durch die Kommission, ZiB 24, 3.12.2008

Es sind schon Klagen gegen den AUA-Verkauf angekündigt, wie aussichtsreich sind die und wie schnell kann die Prüfung durch die EU-Kommission ablaufen?
Angekündigt werden solche Klagen fast immer, eingebracht schon ein weniger oft.
Das gehört ein bischen zum PR-Krieg den sich die Airlines zur Zeit liefern.
Aber es heißt natürlich, dass sich die Kommission diesen Deal sehr genau ansehen wird und das kann seine Zeit dauern.
Zuständig ist ja zu allererst der Verkehrskommissar Antonio Tajani, er muss prüfen ob diese 500 Millionen Euro, die der österreichische Staat daraufzahlt damit die Lufthansa die Aua übernimmt in Ordnung ist.
Ich habe mit dem Sprecher des Kommissar gesprochen, er sagt ja, es gibt ständig informelle Kontakte zwischen Wien und Brüssel. Aber der gesamte Deal muss noch notifiziert werden, also in allen Details nach Brüssel gemeldet werden, erst dann kann die detaillierte Prüfung beginnen.
Bei der Alitalia, die nicht wirklich mit der AUA vergleichbar ist, da ist der Schuldennachlass im April ge meldet worden, die Entscheidung der Kommission, dass diese Hilfe rechtswidrig war ist dann vor 2 Wochen gekommen, also 7 Monate später.
Also einige Monate kann diese Untersuchung schon dauern.
Was kann im schlimmsten Fall herauskommen?
Im schlimmsten Fall müssten diese 500 Millionen zurückgezahlt werden, und damit wäre der gesamte Verkauf geplatzt.
Aber die österreichische Seite und die Lufthansa, beide Seiten sind zuversichtlich. Denn es ist das erste Mal, dass die AUA eine solche staatliche Hilfe bekommen wird.
Und grundsätzlich gibt es in der EU schon die Möglichkeit zu solchen Beihilfen, sie dürfen nur nicht wettbewerbsverzerrend sein.
Das heißt Österreich und konkret die ÖIAG muss zeigen, dass hinter den 500 Millionen nicht eine politisch motivierte Bevorzugung der Lufthansa steckt, sondern dass das eine kommerzielle Entscheidung war, weil die Trennung von der AUA nicht anders möglich war.
Entspricht das Airlinesterben der Philosophie der EU?
Ein bisschen mehr als 3, 4 Airlines werden schon übrig bleiben. Aber bis zu einem gewissen Grad denkt man schon, besser weniger europäische Luftlinien, die wirtschaftlich gesund sind auch in der internationalen Konkurrenz bestehen können, als 27 oder mehr nationale Fluglinien, die marod sind, nicht konkurrieren können mit Amerika, mit Asien und auch noch alle paar Jahre Staatshilfe brauchen.
Wenn das die Alternative ist, dann ist die Kommission ganz sicher für erstere Variante.
Die Zeiten sind vorbei, in denen jeder Staat seine eigene nationale Fluglinie hatte. Das ist eine riesige Schlacht, bei der einige ganz Große überig bleiben werden. Die Großen fressen die Kleinen.
Diese Situation gibt es nicht erst seit gestern, und man kann sich natürlich fragen, warum die verantwortlichen in Österreich so lange gewartet haben und in der Illusion gewesen sind, dass die AUA die einzige Ausnahme sein wird

 

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