Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Kofi Annan in Washington, Abendjournal, 16.12.2004

So angespannt ist das Verhaeltnis zwischen Kofi Annan und den USA, dass schon ein Besuch des UNO-Generalsekretaers in Washington allein symbolische Bedeutung hat. Rechtzeitig vor den heutigen Gespraechen versprach die UNO den auch eine bescheidene Aufstockung ihres Personals in Bagdad, um die Wahlen Ende Jaenner zu unterstuetzen, auf die die USA so grosse Hoffnungen setzen. Insgesamt 20 UNO-Experten sind zur Zeit im Irak im Einsatz, nach amerikanischen Vorstellungen ist das viel zu wenig. Aber die USA wollen den Druck auf Kofi Annan offensichtlich etwas zuruecknehmen. Colin Powell, der Aussenminister, hat dem Generalsekretaer noch einmal ausdruecklich sein Vertrauen ausgesprochen. Den Ruecktrittsaufforderungen republikanischer Senatoren im Zusammenhang mit Korruptionsvorwuerfen gegen die UNO schliesst sich die Regierung nicht an. Im Weissen Haus wird Annan von Condoleeza Rice empfangen, der Nationalen Sicherheitsberaterin, die sich der Praesident als neue Aussenministerin wuenscht. Dass ihn nicht George Bush selbst empfaengt, das empfiedet er ganz und gar nicht als Brueskierung, sagt der UNO-Generalsekretaer.
Er besuche ja die Sicherheitsberaterin, den Praseident habe er schon oft getroffen und manchmal telefoniere man auch.
Zum grossen Krach zwischen der Regierung Bush und der UNO wird es im Augenblick also nicht kommen. Unter der Oberflaeche bleiben die Spannungen jedoch zweifelsohne bestehen.


 

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