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Arafat und USA, Abendjournal,
11.11.2004
Kaum wo sonst hat man ueber
die Jahre auf Jassir Arafat so
unterschiedlich reagiert wie in den Vereinigten Staaten. Der
Palaestinenserpraesident galt lange Zeit als verdammenswerter Terrorist,
bewaffnet und unterstutetzt vom sowjetischen Reich des Boesen. Als er
in
Kampfanzug und Kefieh vor die UNO-Generalversammlung trat, da fuehrte
das
zu einer veritablen Krise zwischen den Vereinten Nationen und dem Gastland
USA. Nach dem Osloer Friedensabkommen wurde das alles ganz anders: kein
anderer Fuehrer der arabischen Welt war so haeufig bei Bil Clinton zu
Gast
im Weissen Haus. In seinen Memoiren beschreibt Clinton in allen Details,
wie er den Haendedruck zwischen einem zoegernden Jitzak Rabin und Arafat
vor laufenden Fernsehkameras im Rose Garden des Weissen Hauses
organisierte. Das Nein der Palaestinser bei den Friedensverhandlungen
von
Camp David war die grosse Enttaeuschung, die das offizielle Amerika bis
heute nicht verwunden hat. Arafat ist in den letzten Jahren wieder zur
Feindfigur der amerikanischen Nahostpolitik geworden. In Uebereinstimmung
mit Ariel Sharon sah die Regierung Bush in dem in Ramalla eingeschlossenen
Arafat den Drahtzieher fuer den blutigen Terror der Intifada. Aber als
das
israelische Kabinett nicht nur einmal die Ermordung Arafats diskutierte,
da
kam aus Washington jedesmal ein entschiedenes Veto. Und George W. Bush
spricht dem palaestinensischen Volk auch ausdruecklich sein Beileid aus
zum
Tod des historischen Fuehrers. Ein bedeutender Moment in der
palaestinensischen Geschichte sei das Ableben Arafats schreibt Bush, er
hoffe auf ein unabhaengiges demokratisches Palaestina. Ob sich diese
Hoffnung erfuellt wird wohl nicht zuletzt davon abhaengen, ob die Regierung
Bush in ihrer zweiten Amtszeit sich im Nahostkonflikt mehr engagiert als
zuletzt.
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