Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Bad Bank, AJ, 25.2.2009

Das Epizentrum der Wirtschaftskrise ist nach wie vor die weltweite Finanzkrise. Zwar sind seit dem Bankrott von Lehman Brothers in den USA im vergangenen Herbst keine Großbanken mehr unter gegangen. Aber jede Woche kommen Hiobsbotschaften über immer neue Probleme. Auch in den USA sind Notverstaatlichungen kein Tabu mehr. Die Europäische Kommission in Brüssel hat jetzt Vorschläge für den Umgang mit faulen Wertpapieren erarbeitet, damit das für die gesamte Wirtschaft fatale Misstrauen in der Finanzwirtschaft zurückgeht.Faule Kredite, wertlose Wertpapiere. Nach wie vor sind viele Banken bemüht, solche schlechten Nachrichten zu verstecken. Weil aber kein Banker genau weiß, welchem Partner man trauen kann und wem nicht, halten sich die Institute mit der Vergabe von Krediten untereinander zurück. Und der wirtschaftliche Niedergang beschleunigt sich immer mehr.
Die Europäische Kommission schlägt jetzt gesamteuropäische Regeln vor, wie die Mitgliedstaaten mit den faulen Wertpapieren ihrer Banken umgehen könnten, damit das für die ganze Wirtschaft lebenswichtige Vertrauen zwischen den Banken wiederhergestellt wird. Ein sechsmonatiges Fenster will die Kommission öffnen, innerhalb dessen die Regierungen einspringen können, um marode Banken zu sanieren. Eine Möglichkeit wäre, hochriskante Papiere auszugliedern, damit die Bilanzen wieder in Ordnung kommen.
Die Kosten für solche Auffangbecken für faule Wertpapiere, sogenannte Bad Banks, müssten sich allerdings der Staat und die Banken teilen, sagt die Kommission. Schließlich dürfen nicht plötzlich jene Banken im Nachteil sein, deren Bilanzen von Haus aus in Ordnung sind.
Die rasche Wiederherstellung des Vertrauens zwischen den Banken gilt als eine der dringendsten Maßnahmen, um den Wirtschaftsabschwung zu stoppen.
Am kommenden Sonntag werden sich die Staats-und Regierungschefs bei einem Sondergipfel in Brüssel des Themas annehmen.
Für die Zukunft empfiehlt eine Expertengruppe die Bildung eines grenzüberschreitenden Systems der Europäischen Bankenaufsicht.
Vor allem jene 45 Großbanken, die zwei Drittel aller europäischen Vermögen verwalten, würden nach diesem Vorschlag von europäischen Gremien überwacht werden. Bisher haben sich die Nationalstaaten dagegen gewehrt, Kompetenzen in der Finanzmarktaufsicht an die EU abzugeben, obwohl sie oft überfordert sind, wenn eine Bank in mehreren EU-Staaten aktiv ist.


 

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