Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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US-Kongress: Irak-Milliarden fix,

Morgenjournal, 18.10.2003

Im Irak selbst haben die amerikanischen Truppen die verlustreichsten Tage seit Kriegsende hinter sich, die militärische Situation ist unsicherer denn je. Aber politisch war es eine erfolgreiche Woche für den amerikanischen Präsidenten. Nach der überraschenden Einstimmigkeit, mit der der UNO-Sicherheitsrat seine Zustimmung zur amerikanischen Präsenz im Irak gegeben hat, haben gestern beide Häuser des Kongresses in Washington die vom Weissen Haus geforderten 87 Milliarden Dollar genehmigt.
Ein Budgetnachtrag von 87 Milliarden Dollar, das entspricht etwa dem gesamten österreichischen Staatshaushalt für ein Jahr. Auch für die Supermacht Amerika keine Kleinigkeit und es gab heisse Debatten in den letzten Tagen vor allem über das von vielen als zu großzügig empfundene 20-Milliarden-Geschenk für den irakischen Wiederaufbau. Riesige Beträge für das Stromnetz im Irak, während unser eigenes alle paar Monate zusammenbricht, wie sollen wir das den Wählern erklären, hiess es bei Abgeordneten und Senatoren. Schulen und Universitäten, Strassen und Spitäler sollen im Irak gebaut werden, während in den USA die öffentliche Hand gerade in diesen Bereichen spart und kürzt. Daher lautet die mehrheitlich vom Senat aufgestellte Forderung auch, der Irak solle zumindest die Hälfte dieser Gelder einmal wieder zurückzahlen, womit sich die Senatoren gegen den Wunsch des Präsidenten nach einer bedingungslosen Direktsubvention stellen.
Nahezu unbestritten dagegen der für die amerikanischen Truppen im Irak vorgesehene Löwenanteil von 67 Milliarden Dollar.
Das Repräsentantenhaus hilt sich überhaupt an die Linie von George Bush: und der glaubt nur mit grosszügiger und bedingungenloser Wiederaufbauhilfe sein langfristige Ziel erreichen zu können, aus dem Irak einmal eine proamerikansche Bastion im arabischen Raum machen. Ganz so wie das nach dem Zweiten Weltkrieg dank des Marshallplans auch in Deutschland gelungen ist.
Mit dem Endergebnis kann der Präsident auf jeden Fall zufrieden sein: 303 Abgeordnete haben im Repräsentantehaus für das 87-Milliardenpaket gestimmt, nur 125 waren dagegen. Im Senat lautete das Ergebnis gar 87 zu 12 für die Irakmilliarden.
Demokratische Abgeordnete, die mit zusammengebissenen Zähnen mit "Ja" gestimmt haben wie etwa die Senatorin von New York Hillary Clinton, wollen diese Entscheidung nicht als Vertrauensbeweis für die Irakpolitik der Regierung verstanden wissen. Entscheidend sei das Verantwortungsgefühl bei Fragen der nationalen Sicherheit gewesen. Aber in diesem Bereicht ist die Überzeugungskraft des Präsidenten offensichtlich nach wie vor sehr stark.

 

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