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Belgien: Flämische Nationalisten
gewinnen, ZiB 1, 13.6.2010
Was in Flandern heute passiert
ist, das ist ein politisches
Erdbeben für ganz Belgien, das wird tiefgreifende Auswirkungen auf
das Zusammenleben der der Volksgruppen haben - der Wallonen und
der Flamen. Aber man muss vorsichtig sein. Es ist nach wie vor
eine Minderheit, die sich eine Trennung wünscht, wenn man die
Stimmen aller nationalistischen Parteien in Flandern
zusammenzählt, kommt man etwa auf 40 Prozent. Umgebrochen auf ganz
Belgien, sind das 20, 25 Prozent, die sich das Ende des Staates
vorstellen können. Das ist viel, aber keine Mehrheit. Bart de
Wever, der große Sieger, des heutigen Tages sagt auch, er ist kein
Revolutionär. Er stellt sich unmittelbar die Umwandlung Belgiens
zu einem lockeren Bund sehr, sehr starker Regionen vor. Aber
langfristig ist natürlich schon das Ziel da, dass sich Belgien
auflöst und das ist ein Faktor großer Instabilität.
Veit Hannelore (ORF)
Im französischsprachigen Süden sind die Sozialisten vorne. Ist
eine Koalition mit den bürgerlichen Separatisten im Norden
überhaupt denkbar?
Löw Raimund (ORF)
Die Möglichkeit besteht, dass es zum Gespräch zwischen den
flämischen Nationalisten und den französischsprachigen Sozialisten
kommt. Es gibt schon erste Signale in diese Richtung. Es gibt ja
in Belgien eine lange Tradition. Auch die größten Spannungen
durch
lange Verhandlungen und sehr komplizierte Kompromisse aufzulösen.
Diese Tradition ist am heutigen Tag nicht ganz gestorben. Das
hofft man vor allem auch in der Europäischen Union, wo ja Belgien
im nächsten Halbjahr das Vorsitzland sein wird.
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