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Belgien hat Übergangsregierung,
ZiB 1, 19.12.2007
Mehr als ein halbes Jahr war
Belgien ohne Regierung, doch jetzt haben sich die Parteien der zerstrittenen
Landesteile geeinigt. Der neue Regierungschef ist der alte: Guy Verhofstadt
wird das Interimskabinett führen.
Die Belgier können es schier nicht glauben.
Die Krise ist zu Ende, titeln die Zeitungen
Vor Weihnachten eine Regierung, dieses Kunststück ist dem alten und
neuen Regierungschef entgegen allen Erwartungen gelungen.
Der flämische Liberale Guy Verhofstadt
erwies sich als der einzige Politiker des Landes, der von den niederländisch
sprechenden Flamen ebenso akzeptiert wird, wie von den französischsprechenden
Wallonen im Süd.
Immer erbitterter führen rechte Separatisten ihren Kampf für
die Unabhängigkeit Flanderns und das Ende des gemeinsamen belgischen
Staates.
Jetzt soll mehr Autonomie für den wohlhabenden flämischen Norden
die Lage entschärfen.
Im belgischen Parlament wird die neue Fünfparteienkoalition Verhofstadt
drei über eine Zweidrittelmehrheit verfügen. Von den flämischen
Konservativen bis zu den wallonischen Sozialisten und Grünen reicht
der Bogen.
Damit wird es möglich ein Budget zu erstellen und die von den flämischen
Parteien verlangte Staatsreform einzuleiten.
Für Entwarnung in Belgien ist es zu früh. Während im Süden
die ärmere Wallonie an die belgische Solidarität appelliert,
will der reichere flämische Norden weniger zahlen. Nationalistische
Forderungen und ökonomischen Interessensgegensätze werden das
Land weiter spalten.
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