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Betriebspensionen schlecht
im EU-Vergleich, MiJ, 16.4.2009
Die Bezieher österreichischer Betriebspensionen leben im
europäischen Vergleich besonders riskant. Die Studie, die der
leitende ÖGB-Sekretär Bernhard Achitz in Brüssel vorstellt
zeigt
deutliche Unterschiede. Nirgendwo sonst in Europa wälzen die
Pensionskassen ihre Verluste so stark auf Pensionsbezieher und
Beitragszahler ab wie in Österreich. Verluste von bis zu 30
Prozent, wie in Österreich gibt es in keinem der vom ÖGB und
Arbeiterkammer untersuchten EU-Staaten.
Achitz Bernhard (ÖGB)
In anderen Systemen wird das Risiko einer schlechten Veranlagung
besser auf mehrere Gruppen verteilt, in Österreich trifft dieses
Risiko allein die Arbeitnehmerinnen. In anderen europäischen
Ländern gibt es Sicherheitsnetze, die die Arbeitgeber, den Staat
oder die Pensionskassenbetreiber selbst miteinbeziehen.
Löw Raimund (ORF)
In Österreich, das auf seine sozialen Standards so stolz ist,
kommt es sogar vor, dass die private Pensionskasse Gewinne macht,
Pensionen aber gekürzt werden. Das Risiko für Bezieher von
Betriebspensionen ist in Österreich deutlich höher als in anderen
EU-Staaten ergibt die Studie des ÖGB.
Achitz Bernhard (ÖGB)
Die leben deshalb am riskantesten, weil es eben keine
Mindestgarantien gibt, die die Pensionskassen garantieren, keine
Nachschusspflicht der Arbeitgeber in den meisten Fällen und keine
staatliche Haftung in diesem System. Wir fordern daher, dass
zumindest eine Mindestgarantie wieder eingeführt wird.
Löw Raimund (ORF)
Vor allem die Risikoverteilung in Österreich sollte an jene in
anderen EU-Staaten angeglichen werden, fordert ÖGB Sekretär
Bernhard Achitz.
Achitz Bernhard (ÖGB)
In Österreich tragt das Risiko allein der, der die Pension
nachher beziehen will.
Löw Raimund (ORF)
Großbritannien ist von der Finanzkrise ganz besonders betroffen,
wie wirkt sich das auf die Pensionsbezieher in Großbritannien aus?
Achitz Bernhard (ÖGB)
Ja, die Pensionsbezieher in Großbritannien bekommen keine
Erhöhungen, aber haben zumindest nicht derartige Verluste
einzustecken wie in Österreich.
Löw Raimund (ORF)
Und in Deutschland, wie wirkt das dort auf die Bezieher von
Betriebspensionen aus?
Achitz Bernhard (ÖGB)
Ja, auch in Deutschland gibt es ein besseres Sicherheitsnetz und
die Betriebspensionen werden nicht in dem Ausmaß gekürzt wie
in
Österreich.
Löw Raimund (ORF)
Unter den europäischen Gewerkschaftlern macht man sich jetzt
schon Gedanken über die nächste Krise und die Langzeitauswirkung
auf kapitalabhängige Betriebspensionen. Für Österreich
sei das
ganz besonders wichtig, so ÖGB-Sekretär Achitz.
Achitz Bernhard (ÖGB)
Es geht uns genau darum jetzt aus den Folgen der
Kapitalmarktkrise zu lernen, Sicherheitsnetz einzuziehen, die eben
bei weiteren Krisen verhindern, dass es wieder zu
Pensionskürzungen im Betriebspensionssystem kommt, denn die
jetzigen Kürzungen sind ja auch nicht die ersten Kürzungen,
auch
schon kleinere Erschütterungen des Finanzmarktes haben in der
Vergangenheit im österreichischen Pensionskassensystem zu
Pensionskürzungen geführt. Jetzt merkt man es am stärksten
und für
die Zukunft muss das verhindert werden.
Löw Raimund (ORF)
Bei den Gesprächen mit den österreichischen Pensionskassen sieht
ÖGB-Sekretär Achitz aber bisher keine Bereitschaft zum Umdenken.
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