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Blitzanalyse drittes TV-Duell
Bush-Kerry, MoJ, 14.10.2004
Risiko wollte ganz offensichtlich
keiner der beiden Kandidaten eingehen
bei diesem dritten und letzten TV-Duell. Und so sah man eine
traditionellere Politdiskussion als zuletzt, mit weniger Aggressivitaet
im
Ton aber einer Vielzahl kontrovers diskutierter Themen.
Das Debakel der ersten Diskussion hat sich fuer George Bush diesmal nicht
wiederholt, der Praesident ist ein gestandener Innenpolitiker, und wenn
es
um seine Reformen im Erziehungswesen geht. Oder wenn er seine Steuerpolitik
verteidigt, dann weiss er alle Register zu ziehen. Auch seine
Persoenlichkeit konnte Bush besser einbringen, wenn er von seinem starken
Glauben sprach und wie ihm das Gebet hilft die schwierigsten Stunden der
Praesidentschaft durchzustehen. Fuer viele Amerikaner waren das
Augenblicke, in denen sie mit ihrem Praesidenten fuehlen konnten und in
denen er fuer viele sympathisch wirkte.
Die Blitzumfragen der Fernsehstationen sehen trotzdem einen Vorteil fuer
Kerry, der mit seinen leidenschaftlichen Pladoyer fuer hoehere
Mindestloehne und Krankenversicherungen fuer alle , die Herzen der
Demokraten hoeher schlagen liess. Fernsehdebatten helfen in der Regel
dem
Herausforderer, und John Kerry hat sich zweifelohne auch jetzt wieder
als
selbstsicher und kompetent erwiesen. Der Fernsehsender CBS sagt bei
unentschlossenen Waehlern sei der Erfolg Kerrys besonders auffallend
gewesen.
Nach drei Durchgaengen steht es 3 zu 0 fuer den Herausforderer, freuen
sich die Demokraten, waehrend die Republikaner von einem Heimspiel fuer
den innenpolitisch kompetenten Praesidenten sehen.
Beim ausgepraegt konservativen Fernsehsender Fox ist der Tenor, der
Praesident sei diesmal endlich wirklich gut gewesen, sogar brilliant nennt
ihn ein Experte, aber Kerry habe wahrscheinlich trotzdem gewonnen, denn
bei Themen wie Gesundheit und Arbeitsplaetzen da seien die Demokraten
einfach nicht zu schlagen.
Bis zum Wahltag gibt es jetzt allerdings keine TV-Diskussion mehr, und
das bereitet den Demokraten Kopfzerbrechen. Denn in der reinen Wahlwerbung
haben sich die Republikaner bisher erfolgreicher erwiesen als die
Demokraten. Und als Amtsinhaber hat George Bush viele
Handlungsmoeglichkeiten die Kerry als Herausforderer verwehrt sind.
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