Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Boeing Chef zurueckgetreten, ZiB 2, 7.3.2005


Boeing ist der wahrscheinlich bekannteste Flugzeughersteller der Erde.
Jeder Passagier kennt die groessen Voegel, die aus den Fertigungshallen in Seattle im amerikanischen Bundesstaat Washington kommen.
Die letzten Turbulenzen hingen mit der engen Beziehung der Firma zur Luftwaffe und Korruption bei den lukrativen Geschaeften mit dem Pentagon zusammen.
Jetzt allerdings muss der Oberste Boeingchef Harey Stonecipher wegen einer Liebesaffaire mit einer Boeing Mitarbeiterin den Hut nehmen. Boeing hatte ihn erst vor eineinhalb Jahren aus der Pension geholt. Um das angeschlagene Image wiederherzustellen.
Universitaetsprofessor Brooks Holton sieht einen direkten Zusammenhang zu den strengen moralischen Regeln von heute.
Das ist eine unmittelbare Folge der neue Ethikstandards bei Boeing. Harry Stonesiver ist gekommen und hat gesagt, jeder muss einen Ethikcode unterschreiben, und dann hat er seinen eigenen Regeln verletzt.
Aber sollte das Sexleben eines Spitzenmanagers nicht privat bleiben?
Das haengt mit der allgemeineren Frage von Vertrauen zusammen. Die Vorstellung ist, wenn jemand seiner Frau nicht treu ist, wie kann man dem dann vertrauen wenn es um Milliardenauftraege geht.
Nach den vielen Betrugsskandalen, die das Vertrauen in die Boerse belasten, sind ethische Standards wichtiger geworden in der amerikanische Geschaeftswelt. Das veraendert die Erwartungshaltung auch fuer Spitzenmanager, sagt Professor Brooks Holton.
Die meisten Firmen, ganz sicher die ganz Grossen haben Vorschriften, die Beziehungen zwischen Vorgesetzten und Untergebenen verbieten. Das ist eine klare Verletzung von Firmenregeln, besonders, wenn der Vorgesetzte Einfluss auf Karriere und Honorar der Untergebenen hat.
Den harten Konkurrenzkampf in der Luftfahrt muss Boeing jetzt vorlaeufig mit einem provisorisch bestellten Chef fuehren.

 

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