Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Bulgarische Kommissionskandidatin zieht zurück, MiJ, 19.1.2010

Aus persönlichen Gründen sei sie zurückgetreten heißt es bei ihren christdemokratischen Parteifreunden, weil sie die Kampagne gegen ihre persönliche Integrität nicht mehr mitmachen wollte.
Der Rückzug der bulgarischen Kandidatin Rumjana Schelewa kommt nach einem verunglückten Hearing im Europaparlament und Unklarheiten über ihre Geschäftsbeziehungen. Rumjana Schelewa zieht sich nicht nur als designierte Entwicklungshilfekandidatin zurück, sie bleibt auch nicht mehr Außenministerin Bulgariens. Sowohl für den bulgarischen Regierungschef, der sie nominiert hat, als auch für die christdemokratische Europäische Volkspartei, die sich hinter die umstrittene Kandidatin gestellt hat, ist das ein beträchtlicher Rückschlag. Noch am Wochenende hatte auch Kommissionspräsident Barroso die Qualifikation der Kandidatin unterstrichen, sie selbst hat per Unterschrift beteuert, dass die Offenlegung ihrer früheren Geschäftsbeziehungen richtig war. Die Juristen des Europaparlaments fanden ebenfalls keine Fehler im Bewerbungsschreiben der Kandidatin, könnten jedoch Angaben aus früheren Jahren nicht bestätigen. Dabei ging es vor allem um die früheren Anteile Schelewas an einer bulgarischen Privatisierungsfirma namens Global Consult.
Die verfahrene Situation zwischen den politischen Fraktionen im Europäischen Parlament löst sich damit zwar auf. Aber der Amtsantritt der neuen Kommission, die ja die Regierung die EU ist, verzögert sich. Bulgarien wird jetzt einen neuen Namen nennen. Favoritin ist eine Direktorin der Weltbank in Washington DC. Es muss ein neues Hearing geben und auch Ressortwechsel zwischen den Kommissaren, die durchgekommen sind, sind nicht völlig ausgeschlossen. Ein Prozess, der sich bis in den Februar ziehen kann. Das Europaparlament hat auf jeden Fall Zähne gezeigt im Machtspiel der Instanzen in der EU.


 

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