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Bushs Bagdadreise, MoJ, 14.6.2006
Ein wenig ist der Pessimismus
der Amerikaner gegenueber dem Irak zurueckgegangen, das ergeben uebereinstimmend
Meinungsumfragen des Nachtrichtensenders CNN und der Tageszeitung USA
Today. 43 Prozent der Amerikaner finden, der Krieg laeuft gut. Das ist
immer noch eine Minderheit, aber fuenf Prozent mehr als vor drei Monaten.
Eine klare Folge des erfolgreichen Bombenangriffs auf den lokalen Al Kaida-Fuehrer
Sarkawi und der guten Nachricht, dass es endlich eine neue Regierung gibt
in Bagdad, heisst es im Weissen Haus.
George Bush wollte mit seiner ueberraschenden Reise nach Bagdad diesen
Trend verstaerken und der eigenen, amerikanischen Oeffentlichkeit wieder
nach den vielen Hiobsbotschaften der letzten Monate Mut machen
Die Symbolik war klar: der Praesident stellt sich auch ganz persoenlich
hinter Nur al Maliki, den neuen Regierungschef in Bagdad. Er bindet auch
sein politisches Schicksal an den Erfolg der irakischen Regierung.
In Washington heisst es immer wieder, es sei jetzt die vielleicht letzte
Chance die Situation doch noch in den Griff zu bekommen. Alle Hoffnungen
ruhen auf der Regierung Maliki, in der sowohl Schiiten als auch Sunniten
vertreten sind, und die durch eine Politik der nationalen Aussoehnung
der Aufstandsbewegung den Boden zu entziehen soll.
Das erklaert auch, warum die amerikanische Regierung so zugeknoepft ist,
wenn es um die Frage einer Reduzierung der Truppen im Irak geht, die fuer
die regierenden Republikaner innenpolitisch so wichtig waere: das Weisse
Haus moechte alles vermeiden, was auch nur im entferntesten wie ein ueberstuerzter
Rueckzug aussieht. Man weiss: ein solcher Eindruck koennte toedlich sein
fuer die Regierung in Bagdad.
Ob zumindest ein paar tausende Soldaten vor den Kongresswahlen im November
heimkehren koennen, wie die republikanischen Wahlkampfmanager hoffen,
bleibt damit nach wie vor unklar.
Auch innenpolitisch hofft die Regierung Bush, den Tiefpunkt ueberschritten
zu haben. Die Popularitaetskurve des Praesidenten faellt nicht mehr, laut
der Tageszeitung USA Today geht sie sogar leicht nach oben. Das hat nicht
nur mit Ereignissen im Irak zu tun, sondern auch mit personellen Veraenderungen
im Weissen Haus und den fuer viele wenig ueberzeugenden Alternativen der
Demokraten.
Ein Praesident, der in einer kuehnen Initiative nach Bagdad fliegt um
der neuen irakischen Regierung den Ruecken zu staerken, kann dabei politisch
nur gewinnen.
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