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Bushs Weltraumplaene,
Morgenjournal, 14.1.2004
Mit den Vorarbeiten der fuer heute erwarteten Weltrauminitiative George
Bushs sind die Experten der NASA schon seit Monaten befasst. Der Ausgangspunkt
war die ausfuehrliche Gewissenserforschung nach dem Absturz der Columbia
vor bald einem Jahr, der deutlich gemacht hat, wie sehr die bemannte Raumfahrt
in einer Sackgasse steckt. Es gibt ueberhaupt nur mehr drei funktionierende
Weltraumfaehren und die werden nur mehr wenige Jahre einsatzfaehig sein.
Das macht eine grundlegende Weichenstellung fuer das bemannte Raumfahrtprogramm
der USA unumgaenglich.
Innerhalb der naechsten 10 bis 15 Jahren soll die NASA nach dem Willen
des Praesidenten ein neuartiges Raumschiff entwickeln, das sowohl fuer
Fluege zum Mond als auch zur internationalen Raumstation geeignet ist
und das auch mit einer neuen Traegerrakete gekoppelt werden kann.
Gleichzeitig bekommt die NASA nach den Plaenen des Praesidenten ein neues
grosses Ziel: die Errichtung permanenter Forschungseinrichtungen auf dem
Mond. Riesige Teleskope, die sich ueber hunderte von Kilometern erstrecken,
sollen einen Blick in die Tiefe des Weltalls zu ermoeglichen, der auch
die sensationellen Bilder des beruehmten Hubble Teleskops bei weitem uebertrifft.
Gleichzeitig soll die spaetere Reise zum Mars vorbereitet werden.
Klaus Heiss, ein aus Oesterreich stammender Weltraumexperte, ist in die
Vorarbeiten eingebunden und er haelt diesen Plan fuer absolut durchfuehrbar.
Die amerikanische Raumfahrt braucht ein Langzeitkonzept, sagt Heiss.
Der Erfolg der laufenden amerikanischen Marsmission hat den Praesidenten
offensichtlich ermutigt, den Schritt aus der Routine zu wagen. Im Jahr
2008 soll nach seinen Vorstellunge der erste Roboter auf dem Mond landen.
2020 soll die Besiedlung des Erdtrabanten beginnen und nach 2030 die erste
bemannte Marsmission starten. Eine Reise zum Mars wuerde allerdings nicht
wenige Tage dauern, wie zum Mond, sondern 2 Jahre. Es muss ein Weg gefunden
werden die Astronauten vor den lebensfaehrlichen Sonnenstrahlungen zu
schuetzen und niemand weiss, wie selbst die staerksten Charaktere die
psychische Belastung einer Art jahrelanger Einzelhaft in einer Weltraumkapsel
aushalten wuerde.
Der Weltraumexperte Klaus Heiss glaubt, dass man erst nach vielen Jahren
Erfahrung am Mond einen solchen Schritt wird tun koennen. Aber grundsaetzlich
haelt er eine bemannte Marsmission in drei oder vier Jahrzehnten fuer
moeglich. Den Fehler die moeglichen Kosten eines solchen Projekts zu schaetzen,
den sein Vater vor 15 Jahren begangen hat, wird der heutige Praesident
sicher nicht begehen: die erschreckende Zahl von 500 Milliarden Dollar
Dollar hat die Diskussion damals rasch beendet. George W.Bush glaubt mit
einer Umverteilung der Kosten und jaehrlich 5 Prozent mehr Budget fuer
die NASA auskommen zu koennen. Die bisher eher skeptische amerikanische
Oeffentlichkeit muss noch gewonnen werden.
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