Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Bushs missglueckte Schaltung, ZiB 2, 14.10.2005

Unmittelbar vor der Volksabstimmung im Irak ist der Praesident bemueht ein optimistisches Bild von der Lage zu zeichnen.
Die Soldaten in Saddam Husseins Heimatstadt Tikrit ueber Satelitt im direkten Dialog mit ihrem Oberbefehlshaber bestaetigen: die irakischen Streitkraefte stehen immer mehr auf eigenen Fuessen, so wie sich die Regierung in Washington das wuenscht.
Doch knapp vorher hat eine Vertreterin des Pentagon die Szene geprobt, nicht wissend, dass das Satelittensignal laengst aufgezeichnet wird.
Die scheinbar spontane Diskussion stellt sich als einstudierte Show dar.
Im Nachhinein beteuern die Soldaten, dass ihnen niemand vorgeschrieben hat, was sie sagen sollen.
Und das Weisse Haus versichert, bei der technisch komplizierten Satelittenlogistik quer ueber den Erdball seien Proben normal. Es normal, dass man nichts dem Zufall ueberlaesst.
Aber glaubwuerdiger wird die Informationspolitik der Regierung zum Irak durch die Enthuellung wohl kaum.
Die Demokraten kritisieren, amerikanische Soldaten verdienen etwas besseres als inhaltsleere Fototermine fuer den Praesidenten.
George Bush war mit seinem Bemuehen, das Vertrauen der Oeffentlichkeit in seine Irakpolitik wiederherzustellen, bisher wenig erfolgreich. Seine Zustimmungswerte waren noch sie so schlecht. Kaum ein Drittel der Amerikaner unterstuetzt die Irakpolitik der Regierung. Aber auf einen Erfolg des Verfassungsreferendums setzen alle politischen Kraefte in Washington. Man weiss: nur wenn sich die Lage in Bagdad stabilisiert, wird die Regierung bereit sein amerikanische Soldaten heimholen.

 

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