Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Bushs zweite Amtseinfuehrung - der Amtseid, Livekommentar, ZiB 1, 20.1.2005

Welche Ueberraschungenfuer die zweite Amtszeit zu erwarten sind?
Diese Amtseinfuehrung heute, die mit all dem Pomp und dem alten Zeremoniell so etwas wie eine republikanische Kroenungsfeier ist, war eine Demonstration des Selbstbewusstseins der regierenden republikanischen Partei. George Bush geht politisch gestaerkt in diese zweite Amtszeit. Er will weiter sehr aktiv sein, veraendern und umbauen, im Land selbst ebenso wie im Rest der Welt. Bei den Grundsaetzen dieser sehr offensiven, ideologiebetonten konservativen Praesidentschaft wird es bleiben. Aber die Situation ist natuerlich eine andere. Etwa im Irak, da muss der Praesident den Krieg, den er in der ersten Amtszeit begonnen hat, in einer Weise beendeden, die es moeglich macht ihn als Erfolg zu praesentieren.
Was koennen die Europaer von der zweiten Amtszeit erwarten?
Bei der Angelobung, da waren der Tradition gemaess alle Botschafter geladen, natuerlich auch die kritischen Europaer. Die Regierung verspricht, dass der Ton anders werden soll, dass man diplomatischer werden will. Das ist immerhin ein Anfang. Aber von einer inhaltlichen Annaeherung ist man noch weit entfernt. Zum Irak koennte als zweite Krise die Politik gegenueber dem Iran kommen. Man wird sich sicher bemuehen grossen Zerwuerfnisse zu vermeiden. Aber einfache Partnerschaft wird das nicht werden.
Wie wenig Gewicht die Europaer hier in Washington haben, das haben wir vor wenigen Stunden erlebt. Als aus heiterem Himmel einer Gruppe europaeischer Fernsehjournalisten, die natuerlich mit allen Genehmigungen ausgestattet waren, die Berichterstattung direkt vom Kapitol verweigert wurde. Aus Sicherheitsgruenden, so hiess es.

 

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