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CIA-Chef zurueckgetreten,
ZiB 1, 3.6.2004
Der CIA-Direktor ist ein absolutes
Schwergewicht in Washington. Das jemand wie George Tenet mitten in einem
Wahljahr zuruecktritt, noch dazu in einer ganz besonders turbulenten Zeit
der amerikanischen Sicherheitspolitik, das ist hoechst ungewoehnlich.
Schliesslich hat es erst vor wenigen Tagen den letzten Terroralarm gegeben.
Klar, gemunkelt hat man schon lange, dass Tenet amtsmuede ist. Aber gleichzeitig
weiss man, dass es waehrend der vergangenen Monate ungeheure Spannungen
gegeben hat innerhalb der Regierung, und CIA-Chef ist immer im Zentrum
dieser Spannungen gestanden gestanden.
Ob er fuer die Rueckschlaege der Regierung Bush jetzt als Suendenbock
herhalten muss?
Klar, der CIA-Chef ist demonstrativ hinter Colin Powell gesessen, als
er vor dem UNO-Sicherheitsrat die wie man heute weiss unrichtigen Informationen
ueber die irakischen Massenvernichtungswaffen vorgetragen hat.
Gleichzeitig war der Geheimdienstchef aber auch ein Gegenspieler der sogenannten
neokonservativen Hardliner im Pentagon, wo man sogar zeitweise versucht
hat so etwas wie einen Gegengeheimdienst aufzubauen.
Und in den letzten Tagen ist noch diese undurchsichtige Affaire um Achmed
Chalabi dazugekommen, lange Zeit den engsten Verbuendeten der Regierung
im Irak, der jetzt vom CIA beschuldigt wird ein Doppelagent des Iran gewesen
zu sein.
Egal, was wirklich ausschlaggebend war fuer diesen Ruecktritt, in der
amerikanischen Oeffentlichkeit stellt man sich die Frage, wie es wenige
Monate vor den Wahlen um den Zusammenhalt des Teams um George Bush steht.
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