Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

Fenster schließen
 
  Aktuelle Analysen
   

Chaos bei US-Passausstellung, 28.6.2007


In alten Zeiten, so erinnert sich der angesehene Publizist Michael Dobbs in der Washington Post, da haben wir Amerikaner sowjetische Buerger bedauert, weil es fuer sie so schwierig war zu einem Pass zu kommen, um ins Ausland zu reisen. Ganz so schlimm ist es diesen Sommer noch nicht.
Aber das Chaos in der amerikanischen Passbehoerde beschaeftigt jetzt auch den Kongress. Stundenlange Wartezeiten, wochenlange Verzoegerungen und eine total ueberforderte Buerokratie gefaehrden die Reiseplaene vieler Amerikaner. Begonnen hat alles mit einer neuen Regel, die Terroristen die Einreise in die USA erschweren soll. Fuer amerikanische Staatsbuerger, die aus den Nachbarstaaten Kanada oder Mexiko wieder heimreisen, reicht nicht mehr wie bisher der Fuehrerschein, sie brauchen einen Pass. Ein Dokument, das nur die wenigsten Amerikaner besitzen. Auf den folgenden Ansturm auf die Passaemter hat sich das State Department aber nicht vorbereitet. Bis zu drei Monaten dauern die Wartezeiten. Wer sich telefonisch nach dem Status seines Antrags erkundigen will kommt in eine endlose Warteschlange, an deren Schluss die Verbindung abreist oder eine inkompetente Hilfskraft keine Antwort geben kann.
Derart ueberschwemmt werden die Kongressabgeordneten mit den Beschwerden empoerter Waehler, dass sie eigene Mitarbeiter anheuern, die bei den Passbehoerden intervenieren, damit dringende Faelle rascher behandelt werden.
Die neue Regel wurde fuers ersten einmal ausgesetzt. Amerikaner, die nachweisen, dass sie einen Pass beantragt haben, koennen die Grenze passieren, auch ohne das begehrte Dokument.
Aber das Chaos bei den Passaemtern ist dadurch nicht kleiner geworden, denn auch Reisende nach Europa oder Asien sind betroffen. Verzoegerungen werden bei insgesamt drei Millionen Passantraegen gemeldet.

 

nach oben, Fenster schließen

 
  site by Adrian Rossmann