Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Clinton im Wahlkampf, ZiB 2, 25.10.2004

John Kerry ist der Kandidat, aber der Superstar der Demokraten ist nach
wie vor Bill Clinton: die ueberstandene Herzoperation macht den Auftritt des Ex-Praesidenten in Philadelphia zu einem politischen Ereignis erster Ordnung. Wenn das meinem Herzen nicht guttut, scherzt der rekonvaleszente Clinton. Um dann die Regierung Bush voll anzugreifen.Sie wollen mehr vom gleichen, kritisiert Clinton, Steuerkuerzungen fuer die Wohlhaben und ein hoeheres Defizit, dass einmal unsere Kinder zahlen werden muessen. Clinton soll helfen die Afroamerikaner zu mobilisieren. Die Aerzte haben ihm nur wenige Wahlkampfauftritte erlaubt, sagt er im ersten Fernsehinterview. Ich war sehr muede nach der Operation und die Brust schmerzt noch immer. Viel Schlaf, Spazieren gehen und Baseball im Fernsehen, so verbringt er seine Zeit. In den naechsten Tagen ist es mit diesem Lebensstil wohl vorbei. Noch heute reist er nach Florida. Ich habe Clinton gefragt, was er mit Bush gemeinsam hat, scherzt Kerry. Der habe geantwortet. In acht Tagen, da werden wir beide Expraesidenten sein.
Auch George Bush, setzt im Finale auf die Strahlkraft von Stars. Der ehemalige New Yorker Buergermeister Giuliani ist mit dabei auf Air Force One. Ende der Woche wird sich auch Arnold Schwarzenegger, der mit Bush oft ganz und gar nicht einer Meinung ist, fuer den Praesidenten in die Schlacht werfen. Die Erwartung Mancher, dass in der Endphase dieses erbitterten Ringens um das Weisse Haus einer der beiden Kandidaten klar voran ist, hat sich nicht erfuellt. Als Amtsinhaber hat der Praesident immer noch leicht die Nase vorne, aber John Kerry ist ihm so hart auf den Fersen, dass die Republikaner sichtlich nervoeser geworden sind. Ganz entscheidend wird jetzt die Wahlbeteiligung sein. Und da gilt die Faustregel: je mehr
Amerikaner zu den Urnen gehen, desto groesser die Chancen der Demokraten.




 

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