Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Deep Throat geoutet, ZiB 2, 30.5.2005

Es gilt als das groesste Geheimnis der amerikanischen Mediengeschichte: die Identitaet des anonymen Insiders, der durch seine Informationen ueber den Watergateskandal an die Washington Post so entscheidend zum Sturz Richard Nixons beigetragen hat.
Die Aufdecker Bob Woodward und Carl Bernstein nannten ihn Deep Throat und hielten seine Identitaet waehrend drei Jahrzehnten geheim.
Jetzt hat sich der 91jaehrige Mark Felt geoutet: gegenueber der Zeitschrift Vanitz Fair bezeichnet sich der ehemalige stellvertretende FBI-Direktor als der mysterioese Informant.
Enkel Nick Jones versichert heute, der Grossvater sei stolz auf seine Rolle als Deep Throat. Er sieht sich als Held, der half grosses Unrecht abzuwehren.
Das FBI untersuchte damals den Einbruch in der Wahlkampfzentrale der Demokratischen Partei im Watergate Hotel. Hinter dem in Wirklichkeit das Weisse Haus und der engste Mitarbeiterkreis um Richard Nixon stand.
Watergateaufdecker Carl Bernstein wollte heute ebenso wenig Stellung beziehen wie die Washington Post. Von ihrem Geheimhalteversprechen seien sie noch nicht entbunden worden.
Die amerikanischen Medien erinnern sich gerne an Watergate und die heroischen Zeiten des Aufdeckungsjournalisten, als eine Zeitung wie die Washington Post es wagte sich unerschrocken frontal gegen den Praesidenten zu stellen. Vor 30 Jahren hatten die Aufdecker Bob Woodward und Carl Bernstein dafuer die volle Unterstuetzung ihrer Arbeitgeber. Das schuetzte anonyme Informaten wie Deep Throat und der stellvertretende FBI-Direktor der damaligen Zeit kann stolz sein, dass er geheime Informationen an die Presse weitergegeben hat.

 

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