Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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EU drängt auf Atomendlager, AJ, 3.11.2010

Die Europäische Kommission stellt heute den Entwurf einer neuen EU-Richtlinie vor, der die Mitgliedsstaaten drängen soll den Bau von Endlagern für den Atommüll zu beschleunigen. Dafür soll es eine glaubwürdige finanzielle Vorsorge mit hohen Sicherheitsstandards geben. Zuständig für den Umgang mit Atommüll bleiben jedoch die Mitgliedsstaaten.
143 Atomkraftwerke sind in der Europäischen Union in Betrieb. Jährlich produzieren sie tausende Kubikmeter hochgiftigen Atommülls, für den nach Meinung der Europäischen Kommission endlich auch Endlager gefunden werden müssen. Möglichst hunderte Meter unter der Erde.
Es soll Tempo gemacht wird zur Versorgung des viele Jahrtausende strahlenden Mülls, andernfalls würde man das Problem auf spätere Generationen abwälzen.
Energiekommissar Günther Öttinger, ein früherer deutscher Ministerpräsident, will die höchsten internationalen Sicherheitsstandards in Europa zur Pflicht machen.
OT Öttinger
In der Europäischen Union entscheiden die Mitgliedsstaaten, ob sie Atomkraftwerke betreiben oder nicht. Der sogenannte Energiemix ist nationale Kompetenz. Aber in Sicherheitsfragen bestimmt mit Union mit.
Auch die 13 EU-Staaten, die so wie Österreich AKW-frei sind, beziehen Atomstrom, damit geht das Thema alle an, so Öttinger.
OT Öttinger
Alle 27 EU-Staaten, auch die AKW-freien Ländern, will Öttinger in die Pflicht nehmen.
Glaubhafte Pläne Endlager zu bauen haben zur Zeit nur Frankreich, Schweden und Finnland. Jetzt sollen sich die Staaten verpflichten, innerhalb von 4 Jahren konkrete Pläne für die Finanzierung und den Bau von Atomendlagern vorzulegen.
Die Minderheit der AKW-Gegner im Europaparlament kritisiert, dass die Kommission mit ihren Vorschlägen zu laxe Standards ermöglichen wird. Den Export von Atommüll zum Beispiel nach Russland, wo schlechtere Standards gelten, lehnen sowohl Grüne als auch Kommission ab. Letztlich müssen aber die Mitgliedsstaaten selbst entscheiden, ob sie dem Richtlinienvorschlag der Kommission folgen.


 

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