Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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EU lobt Griechenland, ZiB 1, 5.8.2010

Leitner Tarek (ORF)
In Brüssel begrüße ich jetzt unseren Korrespondenten Raimund Löw.
Ist das nicht übertrieben optimistisch, wenn Griechenland da jetzt
so gelobt wird, schließlich gibt es ja doch noch großen Widerstand
innerhalb der Bevölkerung gegen die Sparpakete?
Löw Raimund (ORF)
Die Prüfer sind vorsichtig, sie weisen auf die riesigen Hürden
hin, die es noch gibt - etwa bei der geplanten Liberalisierung
geschützter Berufszweige. Man hat das ja gesehen bei den Streiks
der Lkw-Fahrer diesen Sommer, oder wenn plötzlich ganz offensiv
Steuern eingetrieben werden in Griechenland. Aber dieser strenge
Sparplan, zu dem sich Griechenland verpflichtet hat im Gegenzug
für die 110 Milliarden Euro Unterstützungsgelder, der wird nach
Punkt und Beistrich eingehalten, das bestätigen auch die strengen
Experten des Internationalen Währungsfonds. Vor ein paar Monaten,
da war Griechenland noch vor dem Bankrott. Das ist durch die
europäische Solidarität abgewendet worden. Wenn jetzt dieser
Notplan auch tatsächlich funktioniert, dann würde das das
Vertrauen der Europäer, das Selbstvertrauen der Europäer,
sicherlich beträchtlich erhöhen.
Leitner Tarek (ORF)
Kommen wir noch zur europäischen Wirtschaft ganz allgemein: Da
steigt jetzt der Euro wieder langsam, auch der Banken-Stresstest,
der vor kurzem durchgeführt worden ist, hat durchaus zur
Beruhigung der Lage beigetragen. Hat man denn in Brüssel jetzt das
Gefühl, dass das Schlimmste, was die Wirtschaftskrise betrifft,
überwunden ist?
Löw Raimund (ORF)
Da legt man sich nicht fest. Es gibt einfach zu widersprüchliche
Tendenzen in der Weltwirtschaft - aus Amerika kommen jetzt zum
Beispiel auch negative Nachrichten. Aber eines ist klar: Diese
Griechenland-Unterstützung, die hat bisher funktioniert. Auch der
Stabilisierungsplan für den Euro hat trotz aller großen
Schwierigkeiten, dorthin zu kommen, letztlich funktioniert. Und
man hat den Eindruck, dass in diesen turbulenten wirtschaftlichen
Zeiten dieses komplizierte Europa letztlich doch allen ein
gewisses Maß an Stabilität und Sicherheit bieten kann.


 

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