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EU-Außenminister kritisieren
Ashton, ZiB 13, 6.3.2010
Gehrer Stefan (ORF)
In Cordoba begrüße ich unseren EU-Korrespondenten Raimund Löw.
Kritik gerade unter Diplomaten, so deutliche Kritik ist ja eher
selten. Warum hat den Catherine Ashton so große Schwierigkeiten?
Löw Raimund (ORF)
Weil das Fragen von großer Symbolbedeutung sind. Botschafter in
aller Welt, das ist Prestige, das ist ein Zeichen dafür, dass ein
Staat ernst genommen wird auf dem internationalen Parkett, und
wenn es nicht nur 27 Botschafter der 27 EU-Staaten gibt, sondern
auch einen Botschafter, der für alle 27 spricht, dann wäre das
eine riesige Veränderung. Es wäre natürlich möglich,
dass dadurch
Europa präsenter ist, dass es eine klarere europäische Linie
gibt,
aber für die Botschafter der einzelnen EU-Staaten würde es
bedeuten, ihr Gewicht geht zurück, und das wäre für die
internationale Diplomatie eine Umwälzung, da ist offensichtlich
noch viel, viel zu wenig darüber gesprochen worden auch seitens
der hohen Repräsentantin, die ja neu in ihrem Amt ist als
EU-Außenpolitikchefin.
Gehrer Stefan (ORF)
Wie im Beitrag schon angeschnitten, Ashton hat ja schon versucht
sich zur Wehr zu setzen, hat sie ihre Kritiker heute schon
überzeugen können?
Löw Raimund (ORF)
Die Kritik ist ja nicht an ihr persönlich, an sie persönlich
gerichtet gewesen, ihre Person, sie ist für fünf Jahre gewählt,
da
wird sich nichts ändern, aber an ihrer Vorgangsweise, und diese
Kritik wird wahrscheinlich bleiben, denn die Außenminister fühlen,
dass sie zu wenig eingebunden sind. Catherine Ashton hat das
Problem, sie muss Europa in der Welt vertreten, aber gleichzeitig
erst den Apparat aufbauen, der diese Vertretung möglich macht. Sie
verfügt zum Beispiel über kein Regierungsflugzeug, wie die
Außenminister vieler größeren oder auch mittelgroßen
Staaten.
Catherine Ashton sagt, sie versteht sich als arbeitende Mutter,
sie möchte am Wochenende in London sein, bei ihren Kindern, auch
das ist ungewöhnlich für eine Spitzendiplomatin, für eine
Spitzenpolitikerin, da wird es sicherlich noch einen Lernprozess
geben müssen für alle Beteiligten.
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