Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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EU-Außenminister zur Piratenjagd, MoJ, 18.5.2009

In Brüssel beraten heute AUßenminister und Verteidigungsminister der EU gemeinsam im sogenannten "Jumbo Ministerrat". Diskutiert wird eine mögliche Ausweitung der europäischen Militärmission gegen die Piraten vor der Küste Somalias.
Die europäischen Militärs geben es offen zu: der Kampf gegen Piraten heißt immer, dass man gegen Symptome vorgeht. Was junge Männer dazu treibt Öltanker und Handelsschiffe zu kapern, das sind die verzweifelten Verhältnisse am Land. Aber in Somalia hat sich mit der Vertreibung der Regierung aus der Hauptstadt Mogadischu die Lage noch verschlechtert.
Trotzdem zieht man in Brüssel eine positive Bilanz des bisherigen Einsatzes. Nur mehr jeder achte Versuch ein Schiff zu kapern ist erfolgreich, bis vor Kurzem war die Erfolgsquote eins zu drei, und damit viel größer. 38 Piraten wurden von den EU-Schiffen nach Kenya gebracht, wo sie vor Gericht gestellt werden sollen.
Weil vor der somalischen Küste einer der wichtigsten Handelswege der Weltmeere verlaufen, sind auch NATO-Schiffe, Russland und China beteiligt. Vor Kurzem stürmten Piraten ein iranisches Schiff, jetzt will sich auch der Iran an der Piratenjagd beteiligen. Bei einer Küste über 3000 Kilometer können aber auch Dutzende Kriegsschiffe die Gefahr nicht wirklich beseitigen. Gemeinsam wollen Außenminister und Verteidigungsminister der EU beraten, wie effektiver vorgegangen werden kann. Österreich ist an diesem EU-Einsatz, der den Namen Atalanta trägt, nicht beteiligt.
Die Außenminister werden auch die verheerenden Situation der Zivilbevölkerung im Norden Sri Lankas beraten, nachdem es den Regierungstruppen gelungen ist die Aufstandsbewegung der tamilischen Minderheit zu besiegen. Humanitäre Organisationen sollen endlich Zutritt in das Bürgerkriegsgebiet bekommen. Die Möglichkeiten, auf die Regierung von Sri Lanka Druck auszuüben sind jedoch beschränkt.


 

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