Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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EU-Aussenminister zu Syrien und Kroatien, MoJ, 23.5.2011

EU-Aussenpolitikchefin Chathrin Ashton kommt zu dem heute in Brüssel beginnenden Aussenministertreffen direkt aus Libyen, wo die Europäische Union ein diplomatisches Verbindungsbüro in der Rebellenhochburg Benghazi eröffnet hat. Der Bürgerkrieg in Libyen und die blutige Repression gegen die Protestbewegung in Syrien werden im Zentrum der Gespräche der Minister stehen. Ebenfalls erwartet wird eine Weichenstellung für die Aufnahme Kroatiens in die EU.
Anhaltend hohe Opferzahlen aus Syrien bestätigen, dass sich die Hoffnungen der Europäer auf Zurückhaltung des Regimes nicht erfüllt haben. Die EU wird daher heute ihre Sanktionen ausweiten und auch über Präsident Baschir Assad ein Einreiseverbot verhängen, die Vermögen hoher Funktionäre werden eingefroren. Damit stellen sich die Europäer deutlich wie nie zuvor auf die Seite der syrischen Protestbewegung. Bis jetzt hat das immer isolierte vorgehende Regime auf Einflussnahmen von außen jedoch nicht reagiert.
Grünes Licht für den raschen Abschluss der Beitrittsverhandlungen mit Kroatien wünscht sich von den Ministern als aktuelles Vorsitzland Ungarn. Die größten noch offenen Brocken bei den Verhandlungen betreffen die erforderlichen Reformen im kroatischen Justizsystem.. Eine unabhängige Rechtssprechung und ein funktionierendes Antikorruptionssystem sind die Voraussetzung eines EU-Beitritts sein. Werden die letzten offenen Fragen rasch geklärt, könnte der EU-Gipfel Ende Juni in aller Form dem Beitritt Kroatiens als 28.EU-Staaten seinen Segen geben. Das wäre ein Erfolg auch für die österreichische Diplomatie, die sich immer für Kroatiens Weg in die EU stark gemacht hat.
Allerdings gibt es bei Staaten wie den Niederlanden und Belgien Zweifel, ob dieses Tempo realistisch ist. Skeptiker erinnern an Rumänien und Bulgarien, wo die Korruptionsbekämpfung nach einem verfrühten Beitritt nachgelassen hat. Ein möglicher Kompromiss könnte sein, dass die EU zwar jetzt schon ein mögliches Beitrittsdatum nennt, zum Beispiel den 1.Juli 2013, die Verhandlungen aber noch einige Monate weitergehen. Dass Kroatien demnächst EU-Mitglied werden wird, nicht zuletzt um auch Serbien und die anderen Republiken des alten Jugoslawiens auf dem Weg nach Europa zu ermutigen, bezweifelt in Brüssel inzwischen niemand mehr.

 

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