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EU-Finanzminister Sitzungsreigen,
MoJ, 6.9.2010
Heftige Kritik haben Aussagen
des aus Belgien kommende EU-Handelskommissar Karel de Gucht über
die Juden und ihr angeblich von Rechthaberei geprägtem Verhältnis
zu Israel ausgelöst. Kritiker sprechen von Antisemitismus in der
höchsten Führung der EU. Der Europäische Kommission distanzierte
sich, der belgische Kommissar beteuert, mit Antisemitismus nichts zu tun
zu haben.
Der Aussenhandelskommissar hat im Radio das große Gewicht der, wie
er sagte, Jüdischen Lobby in der Nahost-Politik der USA angesprochen.
Israel sei für "die Juden" eine Glaubensfrage , so die
Behauptung des belgische EU-Politikers. Vernunftargumente zum Nahen Osten
kämen nicht an, weil die Juden überzeugt seien recht zu haben.
Ein Vorurteil, das mit der Vielfalt der Meinungen in den jüdischen
Gemeinschaften Europas und Amerikas wenig zu tun hat. Von empörendem
Antisemitismus spricht der Europäische Jüdische Kongress. Direkt
entschuldigen will sich der EU-Politiker nicht, er bedauert, dass er falsch
verstanden wurde. Für Kommissionspräsident Barroso ist der antisemitische
Unterton seines Kommissars eine Belastung. Der habe auf jeden Fall nur
seine persönliche Meinung widergegeben, heißt es heute in Brüssel.
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