Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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  Aktuelle Analysen
   

EU-Finanzminister aktuell, ZiB 2, 16.5.2011


Wie sehen die Pläne der EU-Finanzminister für Griechenland aus?
Da ist es wichtig zwei Fragen zu unterschieden: einerseits ist nach dem Hilfsprogramm des letzten Jahres im Juni die nächste Rate fällig, das sind 12 Mird Euro, die werden aber nur ausbezahlt, wenn die Sanierung nach Plan verläuft. Ob das der Fall ist überprüfen die Experten zur Zeit in Athen.
Dem Währungsfonds geht vor allem die Privatisierung zu langsam voran, da wird man sich vielleicht auf eine Beschleunigung einigen müssen aber grundsätzlich wäre es eine Überraschung, wenn es Schwierigkeiten für die nächste Rate gäbe.
Ein viel schwierigeres Thema ist die Frage, ob nicht ein zweites Hilfspaket nötig ist. Denn Griechenland braucht mehr Zeit aber auch mehr Geld. Eine Finanzierung über den privaten Anleihemarkt wird noch lange unmöglich sein, weil da die Zinsen erdrückend hoch sind.
Auf ein solches zweites Hilfpaket beziehen sich die kolportierten Zahlen von 60 oder 80 Mrd Euro über 2, 3 Jahre.
Politisch ist das schwierig vor allem in Deutschland. Aber Finanzexperten sagen, die Erholung eines Landes, das derart unter Schuldenlast stöhnt, geht nicht in wenigen Jahren das dauert viel länger, selbst wenn Sanierung funktioniert.
Die Diskussion wie man damit diese Frage umgeht hätte Dominique Strauss-Kahn beginnen sollen bei diesem Finanzministertreffen, aber der wird wohl noch längere Zeit verhindert sein.

Beginnt jetzt schon die Nachfolgerdiskussion, angesichts des tiefen Falls von IWF-Chef Strauss -Kahn?
Nur hinter den Kulissen, denn alle sprechen natürlich über die Unschuldsvermutung.
Klar ist: die Europäer wollen auf ihren Anspruch auf den IWF-Chef nicht verzichten, das zumindest sprechen mehrere Regierungschefs ganz unmissverständlich aus.
Es gibt ja die traditionelle Aufteilung bei den Finanzinstitutionen in Washington: Weltbank, die vor allem Entwicklungshilfe betreibt, wird von einem Amerikaner geführt. IWF, der hilft Währungsprobleme und Schuldenkrisen zu meistern, dafür von einem Europäer.
Von den aufstrebenden Wirtschaftsmächten Asiens und LA wird das natürlich als völlig ungerecht kritisiert. Aber es scheint, dass die Europäer da nicht mit sich reden lassen wollen. Ob Strauss-Kahn bleiben kann im Chefsessel des IWF, das wird offen noch nicht diskutiert, aber dass es auf jeden Fall ein Europäer sein muss im Chefsessel, daran will man nicht rütteln.

 

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