Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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EU-Finanzminister zu Bankenkrise, ZiB 1, 6.10.2008

Leitner Tarek (ORF)
Diese brisante Sitzung der EU-Finanzminister beobachtet für die
Zeit im Bild unserer Korrespondent Raimund Löw. Jetzt gehören
solche Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Budgets der Länder
eigentlich nicht zu den Themen, die die EU in der Regel gemeinsam
entscheidet. Was kann also heute bei dieser Sitzung herauskommen?
Löw Raimund (ORF)
Die Minister heute waren ungewöhnlich zugeknöpft. Da spürt man
die angespannte Situation, in der sich die wirtschaftliche Führung
der Europäischen Union befindet. Man ist sich der Tatsache
bewusst, das ist die größte Prüfung, die es für die europäische
Finanzpolitik bisher gegeben hat. In den letzten Tagen ist die
Gefahr einer weltweiten Rezession, eines Wirtschaftseinbruches
dramatisch gestiegen und man versucht gegen zu steuern. Der
Unterschied zu früheren Wirtschaftseinbrüchen, wie etwa zur
Situation 1929: Damals haben sich die Volkswirtschaften
voneinander abgeschottet, die Regierungen haben gegeneinander
gearbeitet. Heute setzt man sich zusammen und koordiniert die
Schritte, die man setzen will. Das ist der große Unterschied zu
29.
Leitner Tarek (ORF)
Finanzminister Molterer hat, wie wir zuerst gesehen haben,
angekündigt, Sparguthaben unbegrenzt absichern zu wollen. Ist das
die Linie, auf die es jetzt hinauslaufen dürfte in der Einigung?
Löw Raimund (ORF)
Die EU hat einen Konsens darin erreicht, dass es eine Stärkung
auf EU-Ebene der Sicherheiten für die Sparer geben soll. Das hat
auch Frankreichs Präsident Sarkozy bestätigt. Wie das genau
ablaufen wird, das wird jetzt verhandelt von den Finanzministern.
Auch das ist ein großer Unterschied zu 1929: Spargutsicherheit und
derartige Garantien hat es damals nicht gegeben, weder in Europa
noch in Amerika.

 

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