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EU-Finanzminister zu Strauss-Kahn,
ZiB 2, 17.5.2011
Maria Fekters Rücktrittsaufforderung an Strauss-Kahn war eine ungewöhnlich
ehrliche Antwort in dieser Situation. Vielleicht nicht sehr zartfühlend
gegenüber der Person von Strauss-Kahn. Aber es war realistisch.
Die Europäer beginnen sich einzugestehen, dass Strauss-Kahn nicht
mehr zu halten sein wird , egal was genau in New York herauskommt.
Selbst wenn das einvernehmlicher Sex gewesen sein soll mit der Zimmerfrau,
wie die Verteidigung vielleicht sagen wird, ist das inakzeptabel für
einen Direktor des Währungsfonds.
Politisch wird ein solcher schmählicher Abgang ein schwerer Verlust
für die Europäer. Strauss- Kahn war in der Finanzwelt ein echter
Verbündeter, auch gegenüber den USA, wenn es um strengere Kontrollen
über die Finanzwelt ging. Und natürlich auch bei der Bewältigung
der europäischen Schuldenkrisen.
Der Name Ackermann für die Nachfolge an der Spitze des Internationalen
Währungsfonds wird von der Bild-Zeitung ins Spiel gebracht. Da würde
man ja wirklich den Bock zum Gärtner machen, das ist nicht der Stil
der deutschen Kanzlerin.
Tatsache ist, dass die Europäer unter Zugzwang stehen. Grundsätzlich
sind sie ja einverstanden, dass die Ansprüche der aufstrebenden neuen
Wirtschaftsmächte auf die Führung des Fonds berechtigt sind.
Aber gerade jetzt, in der heiklen Situation rund um den Euro will man
diese Position unter keinen Umständen aufgeben.
Man wird alles tun einen gemeinsamen EU-Kandidaten für den IWF aufzustellen
und den auch durchzubringen.
Aber dazu brauchen die Europäer Bündnispartner und sie müssen
einheitlich auftreten.
Was nicht garantiert ist, denn zu einer gemeinsamen Vertretung im Währungsfonds
haben sich die Eurostaaten bisher nicht durchringen können.
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