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EU-Fischereipolitik braucht
Reformen, ZiB 24, 23.4.2009
Die Europäische Kommission warnt vor einer dramatischen Verkleinerung
der Fischbestände in den Europäischen Meeren. 88 Prozent der
Fischbestände sind bereits derart reduziert, dass ihre Reproduktion
nicht mehr garantiert ist. Nur eine radikale Reform der EU-Fischereipolitik
kann einen weiteren Niedergang verhindern, sagt die Europäische Kommission.
Tagelang blockierten Fischer vergangene Woche die nordfranzösischen
Häfen.
Mit den Fangquoten, die die EU erlaubt, können sie nicht mehr leben.
INSERT: PATRICE HAEZEBROUCK, FISCHER
Es geht uns nicht ums Geld, wir wollen Arbeit, aber man läßt
uns nicht arbeiten.
Es ist der verzweifelte Überlebenskampf in einem stolzen Beruf, mit
wenig Aussicht auf Erfolg.
In Europa gibt es einfach zu viele Fischer für immer weniger Fische.
Beispiel Kabeljau: die Fischbestände gehen seit Jahren zurück
und liegen weiter unter der Marke, die eine sichere Reproduktion möglich
macht.
Die Europäische Kommission verlangt jetzt eine radikale Reform.
INSERT: JOE BORG, EU-FISCHEREIKOMMISSAR
Ich verspreche: in der Fischereipolitik wird kein Stein auf dem anderen
bleiben, so der zuständige Kommissar
Anders kann der Teufelskreis von schrumpfenden Fischbeständen und
unrentablen Fischereiunternehmen nicht durchbrochen werden.
INSERT: JEAN-PAUL DELPECH, MEERESEXPERTE
Die wissenschaftlichen Erkenntnisse sind klar: es kommen immer weniger
Jungfische nach, das ist auch in diesem Jahr der Fall.
Eine Verschrottungsprämie für Fischerboote steht in Raum und
strenge Quoten für jedes einzelne Schiff.
Aber bis neue Regeln frühestens 2013 gelten, stehen noch harte Auseinandersetzung
bevor.
INSERT: GIOVANNI Gosselin, FISCHER
Wie sind die ganze Woche von Montag bis Samstag auf hoher See, dann kommt
man zurück und muss der Frau sagen, wir haben nichts gefangen.
INSERT: OLIVIER LEPRETRE, FISCHER
Wie wollen uns nicht auszahlen lassen, wir wollen leben und unseren Beruf
ausüben.
Es geht um starke Emotionen, einen traditionsreichen Berufsstand und hunderttausende
Job.
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