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EU-Gipfel und Geiseldrama,
ZiB 13, 14.3.2008
Der Bundeskanzler hat tatsächlich wie angekündigt heute Vormittag
den Europäischen Rat, den EU-Gipfel über die österreichische
Geisel-Situation informiert, und da ist die Situation, da ist die
Solidarität immer sehr groß in solchen Situationen, aber die
konkreten Möglichkeiten etwas zu tun sind beschränkt. In der
EU
gibt es ja das Prinzip der gegenseitigen Unterstützung, wenn
Bürger von Mitgliedstaaten in Not geraten, aber Geiselnahmen sind
natürlich immer Extremsituationen. Mehrere EU-Regierungen waren in
der Vergangenheit in vergleichbaren Situationen, da wird man jetzt
Informationen austauschen, da wird man Erfahrungen austauschen,
aber jede Geiselnahme ist anders und es gibt keine fixeln, fixen
Regeln an die man sich halten kann.
Marchetti Tiba:
Wir haben gehört, dass es einen Krisengipfel in Wien gibt, dass
die österreichische Regierung Kontakt zu Behörden von
nordafrikanischen Ländern hat, aber was kann Österreich jetzt
tatsächlich für die Geiseln tun?
Löw Raimund:
Die Handlungsmöglichkeiten sind beschränkt und vor allem: Es
wird
keine Informationen geben. Es kann auch keine Informationen geben.
Alles, was passiert, und man kann hoffen, dass etwas passiert,
muss unter strenger Geheimhaltung ablaufen, muss im Hintergrund
ablaufen. Wenn man sich die Präzedenzfälle der vergangenen Monate
und Jahre ansieht, so gibt es ganz unterschiedliche Entwicklungen.
Es hat Fälle gegeben, in denen wurde nach langen Verhandlungen
wahrscheinlich Lösegeld gezahlt, zugeben wird das niemand, andere
Fälle in denen Befreiungsaktionen versucht wurden - manche waren
erfolgreich, viele waren nicht erfolgreich und haben zu einem
tragischen Ende geführt. Welchen Weg man einschlägt, das hängt
davon ab, wie man den Charakter der Geiselnehmer einschätzt. Und
da werden dem Krisenstab im Außenministerium
jetzt die Informationen vorliegen, und der wird auch Hilfe von den
Partnern aus Europa bekommen.
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