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EU-Hilfe für Griechenland,
ZiB 1, 26.3.2010
Spera Danielle (ORF)
Die griechische Regierung ist hoch zufrieden, obwohl nicht
unmittelbar Geld nach Athen fließt. Raimund Löw in Brüssel,
wie
realistisch ist es angesichts dieses Sicherheitsnetzes der EU,
dass Griechenland allein mit seinen Problemen jetzt fertig wird?
Löw Raimund (ORF)
Das wäre natürlich die beste aller Welten, die EU stellt diese
Notkredite als Rute ins Fenster und die Spekulanten ziehen schon
ab. Ob es wirklich ein solches Happy End gibt, das wird man
frühestens Anfang Mai, Mitte Mai sehen, wenn die Regierung in
Athen neues Geld braucht, dann wird sich zeigen, ob sie das
alleine schafft dieses Geld aufzunehmen, vor dem Hintergrund
dieses Notplanes, der kompliziert ist, aber doch in einem klar
ist: der Internationale Währungsfonds wird beteiligt mit Krediten,
und die Euroländer werden eine Mehrheit von Notkrediten geben. Vor
einem Jahr, da hat die EU die Banken gerettet, um der Stabilität,
der finanziellen Stabilität des Kontinents willens, jetzt sagt
man, man ist auch bereit ein Land zu retten, das in finanziellen
Schwierigkeiten ist, aber mit Beteiligung des Währungsfonds, was
für manche ein Wehrmutstropfen ist.
Spera Danielle (ORF)
Die Bedingungen für diesen Notplan sind zum Großteil von
Deutschland diktiert worden. Ist Angela Merkel jetzt die starke
Person in der EU?
Löw Raimund (ORF)
Eine deutsche Bundeskanzlerin ist immer ein Schwergewicht in
Europa. Angela Merkel hat sich mit sehr harten Äußerungen
vorgewagt, das hat zu Spannungen geführt, das hat zu
Gegenreaktionen geführt. Diese Spannungen sind auf diesem Gipfel
eingefangen worden, weil die französisch-deutsche Achse
funktioniert, mit Hilfe von Nicolas Sarkozy. Klar, Deutschland hat
vieles von seinen Wünschen durchgesetzt, aber wenn man daran
denkt, dass Angela Merkel ursprünglich gesagt hat, sie will
eigentlich gar nicht über Griechenlandhilfe reden bei diesem
Gipfel, dann sieht man auch, dass auch die deutsche
Bundeskanzlerin sich bewegen muss, selbst dann wenn sie fühlt,
dass sie in einer sehr, sehr starken Position ist.
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