Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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EU-Patent, AJ, 25.11.2010

Seit vielen Jahren dauert schon der Streit um die Einführung eines Patents für die europäische Wirtschaft, das im gesamten EU-Raum gilt. Die Bemühungen sind bisher immer daran gescheitert, dass man sich nicht darüber einig werden konnte in welcher Sprache ein solches Patent abgefasst sein müsste. Jetzt bereitet eine Gruppe von EU-Staaten auf dem Weg der sogenannten verstärkten Zusammenarbeit eine Lösung trotz der Proteste einer wichtigen Minderheit an.
Ein europäisches Patentamt gibt es, es hat seinen Sitz in München. Aber ein Erfinder, der sein Patent für Europa anmelden will, muss die Übersetzungen in die 23 EU-Sprachen selbst berappen. Das kostet leicht 10 , 15 oder gar 20 000 Euro, während der gleiche Vorgang in den USA mit 2000 Dollar erledigt ist. Ein Wettbewerbsnachteil, der jetzt behoben werden soll. Denn eine wachsende Gruppe von EU-Staaten verlangt die Einführung eines Europäischen Patent in nur drei Sprachen: Englisch, Deutsch und Französisch. Dagegen haben sich bis zuletzt Italien und Spanien gewehrt, die vor einer Diskriminierung ihrer jeweiligen Sprache warnen. Viele osteuropäische EU-Staaten würden dagegen ein EU-Patent allein auf Englisch bevorzugen. 50 Prozent aller Patente in Europa werden in Englisch abgefasst. Nur 2 Prozent auf Spanisch. Nachdem alle Kompromissversuche gescheitert sind, hat heute eine Gruppe von EU-Staaten angeführt von Schweden und Großbritannien beschlossen Kurs auf ein EU-Patent in den drei Hauptsprachen Englisch, Deutsch und Französisch ohne die widerspenstigen Spanier und Italiener einzuführen. Der Reformvertrag macht eine solche verstärkte Zusammenarbeit einer bestimmten Zahl von Mitgliedsstaaten möglich. Ein Weg, der bisher nur im europäischen Scheidungsrecht beschritten wurde. Österreichs Wirtschaftsminister Mitterlehner:
OT MITTERLEHNER
Die Kosten eines EU-Gemeinschaftspatents könnten in Zukunft auf etwa 2100 Euro reduziert werden. Allein in Österreich werden jährlich etwa 900 Patente beantragt.

 

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