Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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  Aktuelle Analysen
   

EU-Wahlen - der Tag danach, ZiB 1, 8.7.2009

I1) Handlungsfähigkeit erschwert mit rechtem Rand gestärkt?
Es wird sicher ein fragmentierteres Parlament sein. Mit mehr Fraktionen. Bisher sind es sieben, eine wird mit Sicherheit dazukommen, weil die britischen Tories eine eigene eu-skeptische Gruppe bilden wollen, gemeinsam mit tschechischen und polnischen Konservativen.
Die rechtsextremen Parteien haben das Problem, dass sie untereinander stark zerstritten sind und es schon bisher nicht geschafft haben eine gemeinsame Fraktion zu bilden. Wenn das so bleibt wird ihr realer Einfluss beschränkt bleiben, trotz des politischen Erfolgs.
2) Stärkerer Machtkampf?
Die Große Frage wird vor allem sein, welche Parteienkoalition wird im neuen Parlament bestimmend sein? EVP ja keine absolute Mehrheit, bisher gemeinsam mit SD in Art Großer Koalition. Aber werden die SD, die so schwer angeschlagen sind, daazu weiter bereit sein? Das große Frage. Erste Antworten wird man bekommen, wenn neuer Parlamentspräsident gewählt werden und natürlich damanch bei Wahl des Kommissionspräsidenten.
3) Wahlbeteiligung ausgewogen durch mehr Einfluss via Lissabon?
Wenn der Reformvertrag in Kraft tritt wird das Parlament gestärkt sein. Ob sich das auf Wahlbeteiligung auswirkt bleibt abzuwarten. Wenn wir in die USA blicken sehen wir, dass auch bei Kongreswahlen, wenn es nicht gleichzeitig Präsidentschaftswahlen gibt, Wahjlbeteiligung immer unter 40 Prozent liegt, also noch geringer ist als in der EU.Vielleicht hat man es hier mit einem allgemeinen Problem großer Demokratie zu tun.
4) Barroso?
Die Chance Barrosos sind dramatisch gestiegen, keine Frage. Nächste Woche findet in Brüssel ein EU-Gipfel statt. Eigentlich zu erwarten, dass er da für eine zweite Amtszeit nominiert wird.
5) Wieso SD so stark verloren?Da gibt es viele Erklärungen. In GB und Ungarn hat dieses Debakel wahrscheinlich weniger mit Europa zu tun, als damit, das sozialdem.Regierungspartei für Wirtschaftskrise verantwortlich gemacht wurde.
Was am Wahltag gestern auffiel war, das Parteien mit eindeutige Anti-EU-Positionen gewonnen haben und Parteien mit eindeutig proeuropäische Positionen. Verloren haben Parteien, die Anschein erweckt haben, dass sie halb für und halb gegen Europa sind. Darunter sind viele sozialdemokratische Parteien gefallen.

 

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