Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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EU-Wirtschaftsgipfel, Vorschau, ZiB 1, 27.2.2009

Diese 25 Milliarden Euro, die zur Stabilisierung Osteuropas vorgesehen sind, sollen ja nur ein erster Schritt sein. Wie viel wird man denn bei dem morgigen Gipfel weiterbringen auf dem Weg zu verstärkter Solidarität mit den neuen Mitgliedsstaaten?
Das wird morgen ein informelles Treffen sein, in Wirklichkeit nur ein verlängertes Mittagessen der 27 Staats und Regierungschefs. Es wird keine konkreten Beschlüsse geben. Die gibt es dann in 2 Wochen beim regulären Frühjahrsgipfel.
Aber, es ist auffällig, dass man jetzt viel mehr von der Solidarität innerhalb der EU spricht, der Solidarität zwischen den EU Staaten, als früher.
Das zeigt doch, das Bewusstsein wächst, dass es im Interesse aller ist, den wirtschaftlich Schwächeren in Notfällen beizustehen.
Auch wenn das etwas kostet. Weil das Finanzsystem ganz Europas betroffen wäre, wenn in einem Oststaat, der nicht durch den Euro geschützt ist, eine Bank ins Strudeln käme.
Das wird sicher ein ganz wichtiger Punkt sein morgen.
Man hat zur Zeit ein bisschen den Eindruck, dass es fast inflationär viele Gipfeltreffen zur Wirtschaftskrise gibt. Vor einer Woche das Krisentreffen der Großen in Berlin, morgen der informelle EU-Gipfel in Brüssel. Steckt da mehr dahinter als Sitzungs-Aktionismus?
Die Staats- und Regierungschefs demonstrieren, dass sie eine Auseinanderentwicklung der EU in dieser schweren wirtschaftlichen Krise verhindern wollen und verhindern können.
Das ist die Botschaft dieser vielen Gipfeln.
Das gelingt nur zum Teil.
Frankreich hat heute versucht diesen Protektionismusstreit mit Tschechien zu entschärfen.
Die Regierung in Paris hat versprochen, dass die Produktionsstätten in Osteuropa durch die Subventionen an die Autoindustrie nicht benachteiligt werden.
Aber viele Oststaaten fürchten noch immer, einem Subventionswettlauf zwischen den EU-Staaten, bei dem sie den Kürzeren ziehen würden. Noch vor dem offiziellen Beginn des Gipfels wird es morgen ein separates Vorbereitungstreffen der Oststaaten geben. So etwas hat es bisher noch nicht gegeben, es zeigt, dass es Diskussionsbedarf gibt in der EU.

 

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