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Historiker und Journalist |
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EZB-Jubiläum, MoJ, 2.6.2008In Frankfurt feiert sich heute die Europäische Zentralbank selbst. Zehn Jahre liegt die Gründung der ersten gesamteuropäischen Notenbank zurück. In dieser Zeit hat sich der Euro als eine der wichtigsten Währungen weltweit etabliert. Aber es gibt auch immer wieder Kritik, die Währungshüter würden zu wenig Konjunktur und Arbeitsplätze im Auge haben. Die Währungshüter in Frankfurt erinnern ganz gerne daran, mit welcher Skepsis vor zehn Jahren das Experiment einer europäischen Währung samt gesamteuropäischer Notenbank der internationalen Finanzwelt aufgenommen wurde. Eine Währung hinter der kein Staat steht und keine gemeinsame Wirtschaftspolitik, das kann nicht gutgehen, argumentierte so mancher Professor. Der Euro ist inzwischen genauso hart, wie einst die D-Mark. Als internationales Zahlungsmittel rangiert der Euro gleich hinter dem amerikanische Dollar rangiert. Jean Claude Trichet, der Chef der Europäischen Zentralbank, ist zu einem der Schwergewichte der internationalen Finanzwelt geworden, durchaus vergleichbar mit dem Vorsitzenden der amerikanischen Federal Reserve in Washington. In jüngsten finanziellen Turbulenzen schützten die Frankfurter Banker das europäische Bankensystem durch Finanzspritzen in Milliardenhöhe erfolgreich vor den schlimmsten Folgen der amerikanischen Immobilienkrise. Die EZB druckt die Scheine und prägt die Münzen. Sie setzt die Leitzinsen für den gesamten Euroraum mit seinen 320 Millionen Bürgern fest, zu dem demnächst auch die Slowakei als neues Mitglied stoßen wird. Recht weit entfernt ist man allerdings von der erhofften neuen Identität für die Europäer durch die gemeinsame Währung. Dass der Euro jetzt viel stärker ist als der Dollar, das macht vielleicht Touristen stolz, die in New York jetzt billig shoppen können. Für viele Bürger ist die Teuerung das bei Weitem größere Problem.
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