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Eichmann von CIA gedeckt,
AJ, 7.6.2006
MODERATION
Der amerikanische Geheimdienst CIA hat offenbar den Aufenthaltsort des
NS-Kriegsverbrechers Adolf Eichmann in Argentinien jahrelang verschleiert,
um hochrangige westdeutsche Politiker vor Enthuellungen ueber die Nazivergangenheit
zu schuetzen. Das ergaben Untersuchungen eines amerikanischen Historikerteams
nach der Freigabe bisher geheimer CIA-Akten.
BEITRAG
27 000 alte CIA-Dokumente hat das Historikerteam durchforstet um die Beziehung
des amerikanischen Geheimdienstes mit ehemaligen Nazigroessen waehrend
des Kalten Krieges zu erforschen. Und das Ergebnis koennte peinlicher
nicht sein. Adolf Eichmanns falscher Name war den amerikanischen Behoerden
ebenso bekannt, wie sein Aufenthaltsort in Argentinien. Zwei Jahre bevor
der israelische Geheimdienst Mossad 1960 den wichtigsten Organisator des
Judenmordes der Nazis enttarnte und nach Israel brachte. Doch der CIA
ruehrte keinen Finger um Israel zu informieren, aus Ruecksicht auf die
westdeutschen Kollegen, von denen die Information kam. Sowohl die Geheimdienste
der USA als auch der Bundesrepublik Deutschland stuetzten sich im Kalten
Krieg auf Nachrichtenexperten aus dem Dritten Reich, und diese Allianz
wollte man nicht gefaehrden. Wenn Eichmann gefasst wird, so befuerchtete
die Bonner Regierung, koennte er auspacken und zum Beispiel Hans Globke
als ehemaligen Nazi blosstellen, der war inzwischen einer der wichtigsten
aussenpolitischen Berater Konrad Adenauers. Als israelische Agenten Eichmann
dann nach Israel brachten, um ihn vor Gericht zu stellen, zeigte man sich
beim CIA voellig ueberrascht. Die nun freigegebenen CIA-Akten zeigen nach
Ansicht der Historiker aber auch, dass viele gewendete deutsche NS-Spione
in Wirklichkeit Doppelagenten waren, die vom KGB den Auftrag hatten die
westliche Nachrichtendienste zu unterwandern. Der tatsaechliche nachrichtendienstliche
Gewinn dieser Allianz sei zweifelhaft gewesen. Sowohl moralisch als auch
praktisch brachte der Schutz ehemaliger NS-Groessen durch die Geheimdienste
waehrend des Kalten Krieges mehr Nachteile, als Vorteile, urteilt die
ehemalige Kongressabgeordnete Elisabeth Hotzmann, die die Ergebnisse der
Untersuchung praesentierte. Dass es boese Konsequenzen habe, wenn man
mit den falschen Leuten zusammenarbeitet, muesse auch fuer die heutige
Zeit eine Lehre sein.
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