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Erasmus-Programm erfolgreich,
MiJ, 21.6.2010
Mehr Studenten und Studentinnen
als je zuvor nehmen die
Gelegenheit wahr, im EU-Ausland zu studieren, freut sich
Bildungskommisarin Androulla Vassiliou. Im vergangenen Studienjahr
wurde mit 198 000 Teilnehmern ein Rekord aufgestellt, so die
Kommissarin. Das EU-Programm, durch das grenzüberschreitende
Mobilität im Ausbildungsbereich gefördert wird, hat seit der
Einführung vor fast 25 Jahren mehr als zwei Millionen jungen
Menschen eine Erfahrung innerhalb der Europäischen Union
ermöglicht. In absoluten Zahlen schicken Frankreich und
Deutschland die meisten Erasmus-Studierenden, aber relativ gesehen
liegt Österreich im Spitzenfeld, auf Platz drei, hinter Luxemburg
und Liechtenstein, mit mehr als 5000 Hochschülern, die jedes Jahr
in ein europäisches Partnerland fahren. Bildungskommissarin
Vassiliou: Österreich gehört mit Griechenland, Estland und Italien
zu jenen EU-Staaten, in denen das Verhältnis zwischen den
Studierenden die in das Ausland gehen und jenen die aus dem
EU-Ausland kommen, ausgeglichen ist. In den neuen Mitgliedsstaaten
fördert die Europäische Kommission besonders Sprachkurse, damit
die Barriere gesenkt wird zum Studieren auch nach Polen oder
Tschechien zu fahren. Trotz aller Probleme mit dem sogenannten
Bologna-Prozess, der Noten und Studienpläne der europäischen
Hochschulen miteinander vergleichbar macht, steigt somit die
Mobilität. Auffällig: zwei Drittel der Erasmus-Studierenden
sind
junge Frauen. Junge Frauen sind einfach mehr interessiert die Welt
kennenzulernen und neue Erfahrungen zu machen, interpretiert die
Bildungskommissarin kühl die harten Zahlen. Die größten
Zuwachsraten stellt die Europäische Kommission bei einem
speziellen Teil des Erasmus-Programms fest, der Studierende zu
einem Unternehmenspraktikum in einem EU-Partnerland ermutigt.
Gegenüber dem Vorjahr beträgt die Zuwachsrate in diesem Bereich
50
Prozent. Erasmus-Stipendiaten erhalten ja direkt aus dem EU-Budget
272 Euro monatlich, aber viele Mitgliedsstaaten ergänzen diesen
Betrag durch nationale Zuschüsse. Die Kommission warnt: sollte das
EU-Budget das ja bescheidene ein Prozent der Wirtschaftsleistung
der Mitgliedsstaaten ausmacht in den nächsten Jahren nicht mehr
wachsen, könnte auch der Anstieg bei den Erasmus-Stipendien zu
einem Problem werden. So beliebt ist der von der Europäischen
Union geförderte Studenten-Austausch in Europa, dass er ab dem
kommenden Schuljahr auch auf Schüler ab 16 ausgeweitet wird. Eine
Erasmus für Jung-Unternehmer, das engagierte junge Geschäftsleute
mit erfahrenen Partnern in einem anderen EU-Land zusammenführt
funktioniert seit einem Jahr.
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