Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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EULEX hilft dem Kosovo, ZiB 1, 16.2.2008

Damit der Kosovo den Weg aus Armut und Unterentwicklung finden
kann, startet die Europäische Union mit dem heutigen Tag ihre
bisher größte zivile Aufbaumission. Über 2000 Polizisten, Richter
und Staatsanwälte sollen helfen, einen Rechtsstaat zu bauen. EULEX
heißt das EU-Projekt. Die Oberaufsicht im Kosovo wird von der UNO
auf die Europäer übergehen, hofft der Sonderbeauftragte der EU.
Aber der erhoffte Segen der Vereinten Nationen ist ausgeblieben.
Die internationale Gemeinschaft ist gespalten. Wladimir Putin
spricht von einem illegalen Akt, der UNO-Sicherheitsrat ist
blockiert. Die EU bleibt dabei, beharrt der Außenbeauftragte, die
Zeit ist reif für eine Entscheidung über die Zukunft des Kosovo.
Aber auch die Europäer selbst sind uneins. 20 Mitgliedsstaaten
wollen sich für die Anerkennung aussprechen, darunter auch
Österreich. Eine Minderheit zögert. Zypern - die geteilte Insel -
sagt nein. Die Europäische Union wird der große Schirmherr des
zukünftigen neuen Staates sein. Diese überwachte Selbstständigkeit
des Kosovo soll den Zerfallsprozess des alten Jugoslawiens endlich
zu einem Ende bringen - und zwar ohne Blutvergießen. Den Preis ist
man bereit zu zahlen: Neue Spannungen mit Russland und Serbien.


 

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