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Euro-Finanzminister, ZiB 2, 29.11.2011
Wird Ausweitung Rettungsschirm reichen?
Höchstwahrscheinlich nicht, das ist ja die Tragik beim Krisenmanagement der Europäer, dass die bisher beschlossenen Abwehrmaßnahmen immer zu spät gekommen sind und nicht ausgereicht haben. Das ursprüngliche Ziel durch die Hebelung des Euroschutzschirmes auf 1000 Milliarden Euro zu kommen oder mehr, wird inzwischen nicht mehr als realistisch angesehen. Daher sagen jetzt alle, auch der Internationale Währungsfonds muss eingespannt werden zur Verteidigung des Euro. Und ganz hat man die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass auch andere andere Geldgeber, wie China, mitmachen. Obwohl das bisher nicht rasend großes Interesse festzustellen war.
Das sind alles finanztechnische Antworten auf eine Krise, die in Wirklichkeit eine poltiische Vertrauenskrise in die EU ist. Solange die nicht gelöst ist und die Eurostaaten sagen ja, wir legen unsere Souveränitäten zusammen und machen einen Sprung in Richtung Vereinigte Staaten von Europa, wie immer die konkret aussehen, so lange wird diese Unsicherheit bleiben.
Fekter, neigt sich EZB zu?
Österreich war da nie auf einer so knallharten Linie wie Deutschland. Aber es stimmt: der Druck ist immens, damit Deutschland seinen Widerstand gegen ein massives Engagement der EZB aufgibt. Es ist ja auch wirklich so: wenn es nötig ist Geld drucken, das macht jede Zentralbank in der Welt. Der Direktor Bayer wird das besser wissen, aber die Bank of England tut das selbstverständlich, seit jeher. Ohne die katastrophale Inflation, von der man in Deutschland redet.
Aber natürlich: wenn die EZB massiver eingreift, dann verschiebt sich ein größerer Teil des Risikos auf D und die wirtschaftlich Starken. Die Frage ist nur, ob das Risiko viel viel höher wäre, auch für Deutschland, wenn die Eurozone wirklich zerfällt, was ja viele Banker und internationale Finanzexperten inzwischen nicht mehr ausschließen.
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