Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Eurogipfel zu Griechenland, ZiB 9, 22.7.2011

Stellt dieser Gipfel tatsächlich eine Trendwende für den Euro dar?
Es ist das erste Mal seit langem, dass die Europäer mit einer Entscheidung in so vielen Bereichen etwas vorwärts gebracht haben. Griechenland bekommt bessere Bedingungen sich zu erholen, das gleiche gilt für Irland und Portugal. Der Schuldenstand wird reduziert und die Banken zahlen mit, das war ja den Politikern in D, NL, Finnland besonders wichtig. Und die beschlossene Reform des Euroschutzschirmes ist so tiefgreifend, dass man tatsächlich hoffen kann die Ansteckungsgefahr gebannt wird.
Aber vergessen wir nicht: es war wirklich fünf vor zwölf, nie zuvor ist der Euro derart in Gefahr gewesen, dass die Europäer immer warten müssen, bis sie ganz knapp vor einer Katastrophe stehen, bevor sie agieren, das ist ein etwas stressiges Krisenmanagement.
Aber das sind sicher Element, die es leichter machen werden Euro zu verteidigen und in einer weltweit sehr instabilen Situation etwas Stabilität hineinzubringen.
Werden Börsen, Märkte positiv bleiben?
Auf den Finanzmärkten gibt es wilde Schwankungen, das kann durchaus auch wieder einmal in die andere Richtung gehen.
Vergessen wir nicht: so etwas wie eine teilweise Zahlungsunfähigkeit ist paradoxerweise jetzt wahrscheinlicher geworden. Das ist die Folge, wenn die Schulden erlassen werden.
Man wird sehen, wenn das soweit ist, wie die Märkte darauf reagieren werden.
Und nach wie vor gibt es ein Problem beim Funktionieren all dieser Krisenmechanismen, das ist die Einstimmigkeit, die im Finanzbereich in der EU erforderlich ist. Da immer möglich das es aus innenpolitischen Gründen in dem einen oder anderen Euroland wieder zu Blockaden kommt.
Aber Schutzwall gegen Stürme der internationalen Finanzkrise ist stärker geworden, das registrieren auch die Börsen.


 

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