Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Eurogruppe zu Griechenland, ZiB 1, 15.1.2010

Die Staats und Regierungschefs der EU haben bei Gipfel vergangene Woche Solidarität mit Griechenland versprochen. Verhandeln die Finanzminister jetzt auch konkret auch über finanzielle Unterstützung?
Alle wissen, dass Griechenland wahrscheinlich irgendwann Geld brauchen wird. Aber offiziell wird im Augenblick darüber noch nicht gesprochen.
Die Voraussetzung für Finanzhilfen ist der Sanierungsplan für Griechenland, der von den Finanzministern gemeinsam mit der griechischen Regierung und den anderen EU-Stellen ausgearbeitet wird.
Das ist der Kern der neuen Situation: dass ein Mitgliedsland große Teile seiner nationalen Souveränität aufgeben muss, um im Euroraum zu bleiben.
Was wird da diskutiert von den Finanzministern? Wie hoch die MWSt sein sollte in Griechenland, ob die Staatsangestellten ihren 14 Monatsgehalt behalten können, ob es eine neue Luxuststeuer geben soll.
Das sind alles Fragen, die plötzlich nicht nur mehr Athen entschieden werden, sondern auf europäischer Ebene in Brüssel.
Für Griechenland ist das natürlich bitter, für die EU eine neue Erfahrung.
Große Wall Street Banken haben Griechenland offensichtlich systematisch geholfen, sein explodierendes Budgetdefizit zu verschleiern - wie kann da das Vertrauen innerhalb der EU wieder hergestellt werden
Das Vertrauen, ohne das Europa nicht funktionieren kann, wird nur wiederhergestellt werden können, wenn in Zukunft alle Zahlen aus Griechenland auf Herz und Nieren überprüft werden, und zwar von selbstständigen Kontrollinstanzen der Europäischen Union.
Das wird auch passieren, die griechische Regierung ist einverstanden.
Aber das ganze System der Informationsweitergabe in der EU hat offensichtlich nicht funktioniert. Auch andere Regierungen haben getrickst, wenn auch weniger als Griechenland.
Eurostat, das zentrale Europäische Statistikbehörde, hat bisher gar nicht die Möglichkeit gehabt, zu überprüfen, ob die Daten aus den Hauptstädten überhaupt stimmen.
Da sich jetzt nach der Erfahrung mit Griechenland einiges ändern müssen.




 

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