Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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FBI-Folterdokumente, MoJ, 22.12.2004

Die juengsten Dokumente haben die Buergerrechtler mittels des sogenannten Freedom of Information Acts erhalten. Das ist ein Gesetz, das Behoerden grundsaetzlich verpflichtet auf Wunsch auch interne Informationen oeffentlich zu machen. Aus den tausenden Seiten von FBI-interener E-Mail und anderen Unterlagen geht eindeutig hervor, dass FBI-Beamte im Irak auch noch im vergangenen Sommer, Monate nach dem Abu Graib Skandal Verhoermethoden durch das Militaer nach Washington gemeldet haben, die sie als schwerwiegende Misshandlungen ansahen. Darunter fielen Schlaege und heftiges Wuergen. Auch angezuendete Zigaretten wurden Gefangenen ins Ohr gesteckt, heisst es in einem Memorandum an FBI-Direktor Robert Mueller vom 25. Juni.
Die Verhoere wurden vom militaerischen Nachrichtendienst durchgefuehrt, dessen Mitarbeiter sich aber zum grossen Aerger des FBI als FBI-Beamte ausgaben, um die Spuren zu verwischen. Diese Vertuschungstaktik sei vom stellvertretenden Verteidigungsminister Wolfowitz genehmigt worden, heisst es in einer anderen E-Mail. Am 22.Mai 2004 bezieht sich ein FBI-Agent im Irak mehrmals auf eine sogenannte Executive Order des Praesidenten, als eine Anweisung, mit der das Weisse Haus die Verhoermethoden festgelegt.
Der Pressesprecher des Praesidenten beteuert, eine solche Anweisung gebe es nicht und habe es auch nie gegeben. Ueber die Verhoertechniken im Irak entscheide das Pentagon. Gleichzeitig versprache er eine eingehende Untersuchung aller Vorwuerfe.
Die Buergerrechsgruppe ACLU, die die Freigabe der Dokumente erzwungen hat, verweist aber darauf hin, dass es solche Versprechen schon oft gegeben hat. Politische Konsequenzen hat aus dem Folterskandal bisher niemand gezogen. Und die neue Dokumente belegen einmal mehr, dass die These von den vereinzelten schwarzen Schafen mit den Fakten kaum uebereinstimmt. Die Gefangenenmisshandlungen scheinen viel weiter verbreitet zu sein, als die amerikanische Oeffentlichkeit das bisher wahrhaben wollte.

 

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