Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Ferrero- Waldner will in UNESCO, MoJ, 5.9.2009

Stärkster Kandidat im Rennen um den prestigereichen Job des
UNESCO-Chefs ist der ägyptische Kulturminister Faruk Hosni, dem
aber die Äußerung wonach er persönlich am liebsten alle Bücher aus
Israel in ägyptischen Bibliotheken verbrennen würde, heftige
Kritik eingebracht hat. Ferrero-Waldner gilt inzwischen immerhin
als die stärkste Gegenkandidatin unter den insgesamt neun
Bewerbern. Die Entscheidung am 17ten September in Paris trifft der
von 58 Ländern beschickte Exekutivrat der UNESCO. Österreich
hofft, dass es im ersten Wahlgang keine Mehrheit für den
ägyptischen Favoriten gibt, damit die EU-Staaten in weiteren
Wahlgängen Ferrero-Waldner zum Sieg verhelfen können.
Außenminister Spindelegger dirigiert die Werbekampagne der
österreichischen Diplomatie.
Spindelegger Michael (ÖVP)
Ich bin zuversichtlich, weil wir schon sehen, dass Benita
Ferrero-Waldner schon in der ganzen Welt bekannt ist. Aber wir
werden nach der ersten Runde, die es mit den neun Kandidaten gibt,
sehen, ob nicht Europa sich konzentrieren sollte auf den
Kandidaten, der aus der Europäischen Union die meisten Aussichten
mit Erfolg mitbringt.
Löw Raimund (ORF)
Offene Unterstützung kommt von Spaniens Außenminister. Sie ist
eine großartige Kandidatin für die UNESCO versichert Miguel
Moratinos aus Madrid. Auch Luxemburg spricht sich für die
österreichische Bewerberin aus, bestätigt Außenminister Jean
Asselborn.
Asselborn Jean (LSAP)
Sie ist nicht die einzige Kandidatin. Aber dass was Luxemburg
machen kann für Benita Ferrero-Waldner wird sehr positiv sein.
Löw Raimund (ORF)
Aber so eindeutige Parteinahmen sind selten. Der Kollege aus
Lettland wehrt ab. Wir Balten haben beschlossen eine litauische
Diplomatin zu unterstützen. Erst nach dem zweiten oder dritten
Wahlgang werden wir sehen wie ein europäischer Konsens aussehen
kann, meint der lettische Außenminister. Ich mag Benita sehr,
ergänzt Italiens Außenminister Frattini. Aber wir haben uns noch
nicht entschieden. Schließlich gibt es drei Kandidatinnen aus
EU-Ländern. Frankreichs Präsident Sarkozy soll Ägyptens Präsident
Mubarak die Unterstützung für seinen Kulturminister versprochen
haben, trotz der Proteste unter französischen Intellektuellen
wegen Zensur und Antisemitismus in Ägypten. Sind auch die USA für
Kandidaten aus Kairo, wäre das Rennen für Ferrero-Waldner kaum
mehr zu gewinnen. Der zuständige französische Außenminister
versichert jedoch in Stockholm, Frankreich bleibt als
Gastgeberland der UNESCO neutral. Die Kandidatin selbst ist viel
unterwegs dieser Tage und sie ist zuversichtlich auch in der
Position der Außenseiterin.
Ferrero-Waldner Benita (EU-Kommission)
Ich glaube durch die verschiedenen Kontinente habe ich
Unterstützung, aber man muss eben wissen wie viel und wird es
ausreichen für diese 30 Stimmen? Es wird sicher nicht in der
ersten und zweiten Runde sein, aber vielleicht später, ich hoffe
es.
Löw Raimund (ORF)
Der komplizierte Wahlvorgang in der UNESCO beginnt am 17ten
September.

 

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