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Finanzminister verschieben
Griechenlandentscheidung, ZiB 1, 21.6.2011
Griechenland soll mehr Zeit
bekommen, sich zu stabilisieren, das ist der große Unterschied zu
früher.
Man hat aus der Vergangenheit gelernt, die Zeiten sind so turbulent auf
den internationalen Finanzmärkten, auch mit den spekulativen Angriffen
um einzelne Staaten aus dem Euroraum herauszubrechen, dass der Schutz
der Europäer einfach länger anhalten muss.
Das große Problem ist, das nach wie vor positive Perspektive für
Griechenland fehlen. Irgendwann wird man den Schuldnerstaaten ihre Schulden
erlassen müssen, zumindest zum Teil, obwohl das noch niemand zugibt.
Aber wenn es heute heisst Banken und Pensionsfonds, die ja gut verdient
haben mit Griechenland, müssen sich an der Sanierung beteiligen,
dann geht das genau in diese Richtung.
Was tut EU, wenn dieser Weg nicht klappt?
Die Antwort auf die Frage, was passiert, wenn sich das Parlament in Athen,
die Euroländer und der Internationale Währungsfonds auf einen
neuen realistischeren Sanierungsplan nicht einigen können, die sind
heute alle schuldig geblieben.
Die Drohkulisse, die heute gegenüber Griechenland aufgefahren wurde,
ist riesig.
Eine finanzieller totalkollaps Griechenlands, also ein chaotischer Gang
in die Pleite in drei Wochen, das wäre unvergleichlich schlimmer
als alle bisherigen Sanierungspakete für die Griechen genauso wie
für die gesamte Weltwirtschaft.
Es ist ein extrem schwieriges Krisenmanagement. Immerhin gibt es den Eurorettungsschirm,
der heute massiv gestärkt wurde. Und eine ganze Reihe neuer Regeln
zur gemeinsamen Wirtschaftspolitik, von denen man erwartet, dass sie das
Vertrauen in Euro stärken werden, trotz der aktuellen griechischen
Querelen.
Ob es reichen wird ist fraglich. EZB-Chef Jean Claude Trichet sagt ja
in Wirklichkeit Euro Finanzminister nötig und das Europarlament läßt
jetzt prüfen, was es bringen würden wenn alle Eurostaaten ihre
Staatsschulden gemeinsam verwalten in gemeinsamen Eurobonds.
Wenn es das gäbe wäre es viel leichter neuer Erschütterungen
die von den internationalen Finanzmärkten kommen abzufangen.
Vergessen wir nicht: Griechenland 2 Prozent Wirtschaft des Euroraums,
das sollte zu meistern sein.
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