Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Fischer von EU doch unterstützt, AJ, 16.7.2008

Die Fischereiminister der Europäischen Union haben sich erweichen lassen: ein eigener Unterstützerfonds wird eingerichtet, um den unter dem hohen Dieselpreis leidenden Fischern unter die Arme zu greifen. Die EU folgt damit dem Appell ihres gegenwärtigen Ratspräsidenten Nicolas Sarkozy, mehr zu tun, um den eigenen Bürgern mehr Sicherheit zu geben.
Wochenlang haben sie französische Straßen und spanische Häfen blockiert. Demonstrierende Fischer kamen mit ihren Rauchgranaten sogar vor die Gebäude der Europäischen Kommission in Brüssel, dabei gingen auch so manche Fenster in Brüche. Es war die größte europaweit koordinierte Protestaktion se0it langem.
Jetzt haben sich die EU-Fischereiminister erstmals bewegt: ein Hilfspaket für die notleidende (Fischerei) wird geschnürt. 2 Milliarden Euro werden die Unterstützungsmaßnahmen kosten.
Aber von ihrer grundsätzlichen Stoßrichtung rückt die EU nicht ab: bei sinkendem Fischbestand gibt es in Europas Gewässern zu viele Fischer, viele arbeiten auf unrentablen, Treibstoff fressenden Kuttern. Jeder Fischer, der seine Flotte still legt soll daher in Zukunft eine Prämie der EU erhalten. Auch der Einbau sparsamer Motoren wird gefördert.
Ob sich die kämpferische Fischer damit zufrieden geben werden bleibt abzuwarten. Viele hängen an ihrem Job und tun sich schwer mit langwierigen Umschulungen.
Unklar ist auch noch die Finanzierung der neuen Hilfesmaßnahmen für die Fischer. Deutschland und andere weniger betroffene Staaten fordern, dass die Förderungen bei den Mittelmeerländern neu strukturiert werden.
Die Finanzminister und das Europäische Parlament haben noch ein Wörtchen mitzureden. Aber Frankreich scheint sich mit seiner Idee durchzusetzen, die EU solle flexibel sein bei der Anwendung ihrer strengen Regeln.

 

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