Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Fraktionsbildungen im Europaparlament, MoJ, 24.6.2009



Vierzehn Tage nach den Europawahlen konstituieren sich in Brüssel die Fraktionen des zukünftigen Parlaments. Christdemokraten, Sozialdemokraten und Grüne haben gestern ihre Führungsgremien bestellt. Nach wie vor unklar ist, wie genau die von den Staats-und Regierungschefs vorgeschlagene Bestätigung von Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso für eine zweite Amtszeit über die Bühne gehen wird.
BEITRAG:
Die wichtigste Veränderung im Europäischen Parlament bringt der Austritt der britischen Tories aus der christdemokratischen Europäischen Volkspartei. Gemeinsam mit der tschechischen Demokratischen Bürgerpartei ODS und der polnischen Präsidentenpartei PIS bilden sie von nun an eine EU-skeptische konservative Fraktion. Weiter rechtsstehende europafeindliche Gruppen sind dort nicht zugelassen. Die Europäische Volkspartei bleibt trotzdem unverändert erste Fraktion. Sie hat heute ihren aus Elsass stammenden Vorsitzenden Josef Daul wiedergewählt.
Der will bei dem von den Regierungschefs gewünschten raschen Fahrplan für eine rasche Abstimmung über Kommissionspräsident Barroso schon Mitte Juli bleiben.
OT DAUL
Über Verstärkungen können sich die verkleinerten Sozialdemokraten freuen. Die Abgeordneten der oppositionellen italienischen Demokratischen Partei, die zum Teil bisher bei den Liberalen waren, haben sich ihnen angeschlossen. Auch bei den Sozialdemokraten bleibt die Fraktionsführung gleich. Der SPD-Politiker Martin Schulz bleibt Chef, Bewegung zur Wahl des Kommissionspräsidenten, die nach dem Wunsch der Sozialdemokraten erst im Herbst stattfinden sollte, sieht Schulz nicht.
OT Schulz
Die Österreichische Listenzweite Evelyn Regner sieht zumindest Verhandlungsspielraum.
OT Regner
Auf eine großkoalitionäre Verständigung über die Fraktionsgrenzen hinaus setzt der frischgebackene ÖVP-Delgationsleiter Ernst Strasser.
OT STRASSER
Erst am 6.Juli wird es das erste offizielle Gespräch zwischen EU-Parlamentariern und der schwedischen Ratspräsidentschaft zum Thema Barroso in Stockholm geben. Am 14. Juli tritt das Parlament zu seiner konstituierenden Sitzung in Strassburg zusammen.

 

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