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GVO-Debatte im Europaparlament,
AJ, 5.7.2011
Das Europäische Parlament hat sich heute dafür ausgesprochen,
dass einzelne EU-Staaten in Zukunft den Anbau von Genpflanzen verbieten
können, auch wenn sich die Union als ganzes auf ein solches Verbot
nicht einigen kann. Die Europaabgeordneten aus dem Gentechnik-skeptischen
Österreich begrüßen diesen Vorstoß, der allerdings
nur Gesetz werden kann, wenn auch die Mitgliedsstaaten zustimmen.
Die Maissorte MON 810 der amerikanischen Firma Monsanto und die Genkartoffel
Amflora des deutschen Konzerns BASF sind bisher die einzigen genveränderten
Pflanzen, die in Europa zum Anbau zugelassen werden. Während die
Landwirtschaft in den USA und in Lateinamerika bei Mais, Soja, Raps oder
Kartoffeln massiv grüne Gentechnik einsetzt, blockieren einander
in der EU Gegner und Befürworter. Die verfahrene Situation soll durch
Renationalisierung der Zulassungsregeln bereinigt werden. Das Europaparlament
sichert damit Österreich Gentechnikfreiheit zu, freut sich die SPÖ-Europaabgeordnete
Karin Kadenbach. ÖVP-Europaabgeordneter Richard Seeber spricht von
neuem Selbstbestimmungsrecht beim Anbau Genveränderter Organismen.
Politiker aus Technologiefreundlichen EU-Staaten erhoffen umgekehrt eine
raschere Zulassung genveränderter Pflanzen in ihren Ländern.
Kritiker warnen vor einem schwarzen Tag für den Binnenmarkt, wenn
Europa ein Fleckerlteppich mit unterschiedlichen Regeln für Verbot
oder Zulassung von Genpflanzen wird. Unter den Mitgliedsstaaten hat sich
bisher keine Mehrheit gefunden, den einzelnen Staaten die Entscheidung
zu überlassen, was auf den Feldern angebaut werden darf oder nicht.
Nach der heutigen Abstimmung im Europaparlament wird daher weiter verhandelt.
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