Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Gen-Atempause umstritten, AJ, 26.11.2007

Neue Töne in der europaweiten Diskussion um die Zulassung von gentechnisch veränderten Produkten. Deutschland verlangt eine Überprüfung des gesamten Zulassungsverfahrens und will bis zu diesem Zeitpunkt alle Importe aussetzen. Österreich unterstützt alle Bemühungen auf die Bremse zu steigen, versicherte heute Landwirtschaftsminister Josef Pröll in Brüssel.
In Europa tobt wieder einmal der Meinungsstreit um die Gentechnik. Während Großbritannien, Irland und die Niederlande mit dem bisherigen auf vorsichtige Öffnung abzielenden Kurs der Europäischen Union einverstanden sind, verlangen Frankreich, Deutschland, Polen und auch Österreich strengere Regeln. Der deutsche Landwirtschaftsminister forderte heute nicht mehr und nicht weniger als ein vollständiges Moratorium für die Zulassung gentechnisch bearbeiteter Produkte, bis man ein neues Zulassungverfahren gefunden habe.
Nach aktuellen Regeln entscheidet die Europäische Kommission über die Zulassung neuer Produkte auf Grund eines Vorschlages der Europäischen Agentur für Lebensmittelsicherheit. Die Mitgliedsstaaten können einen solchen Kommissionsbeschluss nur mit qualifizierter Mehrheit verhindern, was etwa Österreich vor kurzem nicht gelungen ist. Nach Meinung der genskeptischen Vertreter, nimmt die Europäische Lebensmittelagentur die Bedenken der Nationalstaaten zu wenig ernst.
Auch der österreichische Landwirtschaftsminister schließt sich den Bedenken des deutschen Kollegen an.
OT Pröll
Die Europäische Agentur für Lebensmittelsicherheit ist angehalten zu überprüfen, ob die negativen Folgen eines Genproduktes wissenschaftlich beweisbar sind. Nach Meinung der Kritiker nehmen die EU-Lebensmittelexperten dabei zu wenig auf die Meinung der Mitgliedsstaaten Rücksicht.
Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel warnt vor einem dramatischen Preisanstieg bei Geflügel und Schweinefleisch für den Fall eines Zulassungsstopps. Mais und Soja, die in der Landwirtschaft verfüttert werden, seien jetzt schon um 55 Prozent teurer als in den USA und würde im Fall eines Moratoriums im Preis weiter steigen.

 

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